Ifo Institut: Grenzkontrollen führen zu verminderter Wirtschaftsleistung

Aufgrund des Zustroms von Migranten Richtung Europa haben einige Staaten wieder Grenzkontrollen eingeführt. Neben längeren Wartezeiten für Reisende und Unternehmen verursachen diese jedoch enorme Kosten für die Wirtschaft, wie das Münchener ifo Institut in einer aktuellen Studie ermittelt hat. Europas Wirtschaftsleistung habe sich demzufolge bislang um neun bis 15 Milliarden Euro im Jahr verringert, berichtet die „Süddeutsche Zeitung“.

Kontrollen finden seit Mitte des vergangenen Jahres an den Grenzen der Länder Schweden, Frankreich, Deutschland und Österreich statt. Die Länder haben Ausnahmen vom Schengen-Abkommen beantragt, um Flüchtlinge vereinzelt kontrollieren zu können. Die damit verbundenen längeren Wartezeiten führten bislang zu höheren Transportkosten, teureren Waren und verringertem Handel, schreibt die „Süddeutsche Zeitung“ unter Berufung auf die Ergebnisse der ifo-Studie. Außerdem hätten die Kontrollen den ifo-Forschern zufolge Auswirkungen auf Unternehmen, „die ihre Produktion auf eine lagerschonende Lieferung von Teilen in letzter Minute ‚just in time‘ umgestellt haben“. „Europas Wohlstand“ werde mit den Grenzkontrollen vor allem in den vier betroffenen Ländern reduziert. „Wir kommen dabei auf 0,06 bis 0,11 Prozent des BIP. Das sind 9,0 bis 15,4 Milliarden Euro oder 17,83 Euro bis 30,39 Euro pro Kopf“, erläutert Gabriel Felbermayr, Leiter des ifo Zentrums für Außenwirtschaft und einer der Autoren der Studie, die Auswirkungen in einer entsprechenden Pressemitteilung des Instituts.

Das ifo Institut geht in seinen Berechnungen aber noch weiter. So warnen die Forscher davor, dass sich „die Wirtschaftsleistung von 27-EU-Ländern im Jahr um 0,19 bis 0,47 Prozent“ reduzieren werde, würden flächendeckende Kontrollen an allen Schengen-Grenzen eingeführt. „Das wären 26,65 bis 65,8 Milliarden Euro oder 52,74 Euro bis 130,28 Euro pro Kopf“, heißt es beim ifo Institut. Auch das deutsche Prognos-Institut beurteilt die Folgen flächendeckender Kontrollen negativ: Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) würde demnach um 500 Milliarden bis 1,4 Billionen Euro innerhalb von zehn Jahren sinken. Laut „Süddeutscher Zeitung“ wäre das „fast die Hälfte dessen, was die Bundesrepublik jedes Jahr erwirtschaftet. Pro Jahr ergebe sich für 24 EU-Staaten ein Wohlstandsverlust von bis zu 140 Milliarden Euro“.

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Doris Droste
Doris Droste
Leiterin Abteilung Presse, Marketing und Öffentlichkeitsarbeit

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