IAB-Studie: Der Einfluss von Vermittlungshemmnissen bei Hartz IV-Empfängern auf die Chancen bei der Beschäftigungsaufnahme

Gesundheitliche Einschränkungen, ein langer Leistungsbezug und ein Alter über 50 Jahre sind in der Regel die größten Hindernisse bei Hartz-IV-Empfängern, die eine Tätigkeit aufnehmen wollen. Mindestens zwei dieser Hemmnisse lassen sich bei etwa drei Vierteln dieser Personengruppe nachweisen. Durch den Abbau jedes Hemmnisses steigt jedoch die Chance auf eine bedarfsdeckende Beschäftigung mit einem Einkommen über 450 Euro. Zu diesen Ergebnissen kommt das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit (BA) in einer aktuellen Studie, die auf Daten von etwa 5.000 Arbeitslosengeld-II-Empfängern basiert.

Die Chancen für Personen mit gesundheitlichen Einschränkungen auf eine Beschäftigung sind nach Angaben des IAB um 12,6 Prozentpunkte geringer als die von Personen ohne gesundheitliche Hemmnisse. Auch bei den Langzeitbeziehern liegt die Rate um 12,3 Prozent höher, ohne Beschäftigung zu bleiben. Hartz-IV-Bezieher über 50 Jahre haben gegenüber Personen zwischen 30 und 50 Jahren eine um 11,3 Prozent schlechtere Abgangsrate aus Hartz IV in ein Erwerbsverhältnis. Weiterhin ermittelte das Institut, dass auch Personen mit fehlenden Schulabschlüssen, Betreuungspflichten bei der Kindererziehung und mangelnden Sprachkenntnissen geringere Chancen aufweisen, eine Beschäftigung zu finden. „Abgesehen von fehlenden Ausbildungsabschlüssen und Mutterschaft, die die Übergangswahrscheinlichkeit je um etwa ein Drittel reduzieren, bewirken die genannten Hemmnisse weiterhin mindestens eine Halbierung der Abgangschancen in Erwerbstätigkeit“, fassen die IAB-Forscher zusammen.

Gleichzeitig untersuchte das IAB, in welcher Häufigkeit Hartz-IV-Empfänger Vermittlungshemmnisse aufweisen. So ist „das mit Abstand häufigste Hemmnis“ der langjährige Bezug von Arbeitslosengeld II. „Als Langzeitleistungsbezieher gelten in der Studie Personen, die mindestens 21 der letzten 24 Monate auf Arbeitslosengeld II angewiesen waren. Das traf in den Jahren 2014 und 2015 auf zwei Drittel der erwerbsfähigen Hartz-IV-Empfänger zu“, schreibt das Institut. An zweiter Stelle folgt ein schlechter Gesundheitszustand mit 45 Prozent, weitere 40 Prozent haben keinen Berufsabschluss, 30 Prozent sind Mütter mit minderjährigen Kindern, 27 Prozent sind älter als 50 Jahre und sechs Prozent verfügen über mangelhafte Kenntnisse der deutschen Sprache. Bis auf ein höheres Alter lassen sich die Hemmnisse teils oder ganz abbauen. „Die Abgangswahrscheinlichkeit halbiert sich beinahe exakt mit jedem weiteren Hemmnis“. So schlussfolgert das IAB auch, dass Personen mit abgebauten Hemmnissen „im Jahr des Abbaus keine schlechteren Übergangschancen“ hatten „als Personen, die das Hemmnis nie“ aufwiesen.

Artikel teilen:

zurück

Willkommen in unserem Social Media Room

Wir sind für Sie auch auf den Social Media Kanälen unterwegs, damit Sie schnell und bestens über unsere Themen informiert sind.

Ob Twitter, YouTube oder Xing – unsere Social Media Profile bieten ausreichend Raum, um Themen zu vertiefen, sich auszutauschen, für Informationen, tagesaktuelle Reaktionen und Inspiration. Wir wünschen Ihnen anregende Unterhaltung und freuen uns auf den Austausch mit Ihnen!

Doris Droste
Doris Droste
Leiterin Abteilung Presse, Marketing und Öffentlichkeitsarbeit

E-Mail schreiben

XING

Folgen Sie unserem Xing-Profil: Dort informieren wir über unsere Veranstaltungen, Seminare und das Neueste aus der Verbandsarbeit der Personaldienstleister.

Zum XING Profil