IAB-Studie: Arbeitspotential vieler Erwerbstätiger und Arbeitsloser bleibt ungenutzt

Viele Teilzeitbeschäftigte in Deutschland würden gern mehr arbeiten und auch ein Großteil der Erwerbslosen wünscht sich einen Job. Könnten diese Gruppen ihre Arbeitskraft tatsächlich einsetzen, läge das Potenzial zusätzlicher Arbeitsstunden bei 5,6 Milliarden. Dies wiederum entspräche 3,4 Millionen weiterer Vollzeit-Arbeitsstellen. Zu diesen Ergebnissen kommt das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit (BA) in einer aktuellen Studie für 2014.

„Rund 4,25 Milliarden Stunden entfallen dabei auf Erwerbswünsche von Arbeitslosen“, heißt es beim IAB. Weitere 1,35 Milliarden Stunden kommen „durch die Berücksichtigung der Verlängerungs- und Kürzungswünsche von Erwerbstätigen hinzu.“ Bei dieser Gruppe möchten „Teilzeitbeschäftigte und vor allem Minijobber ihre Arbeitszeit im Schnitt recht deutlich erhöhen“. Das IAB hat aber auch festgestellt, dass die ungenutzten Arbeitskraftreserven in den letzten Jahren spürbar zurückgegangen sind. So betrug das entsprechende Stundenvolumen 2009 noch 6,7 Milliarden Stunden und damit fast 1,1 Milliarden Stunden mehr als im Jahr 2014. „Der Rückgang beruht nicht nur auf der gesunkenen Zahl der Arbeitslosen, sondern auch darauf, dass mittlerweile weniger Erwerbstätige ihre Arbeitszeit verlängern möchten und auch das Volumen der Verlängerungswünsche sank“, heißt es auf der IAB-Website.

„Um die noch vorhandenen Arbeitszeitreserven besser ausschöpfen zu können“, sei mehr Qualifizierung notwendig, schreiben die IAB-Forscher weiter. Außerdem müssten flexible Möglichkeiten zur Arbeitszeitgestaltung und bessere Bedingungen für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf geschaffen werden. „Eine Maximierung von Arbeitsstunden kann für sich kein sinnvolles Ziel einer Gesellschaft sein, wohl aber die Nutzung ungewollt brachliegenden Potenzials“, fassen die IAB-Forscher Susanne Wanger und Enzo Weber die Studienergebnisse zusammen.

Wichtiger Hinweis:
Die Weitergabe der persönlichen LogIn-Daten an Dritte ist untersagt. Bei Zuwiderhandlung behält sich der BAP entsprechende rechtliche Schritte vor.

Artikel teilen:

zurück