IAB: Spezifische Herausforderungen bei der Digitalisierung für die Bundesländer

Im Zuge der Digitalisierung der Arbeitswelt sind die einzelnen Bundesländer aufgrund spezifischer Wirtschaftsstrukturen unterschiedlich gefordert. Dies ist das Ergebnis einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit (BA).

Der Untersuchung zufolge unterscheidet sich das so genannte „Substituierbarkeitspotential“, also „der Anteil der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, die in einem Beruf arbeiten, in dem mehr als 70 Prozent der Tätigkeiten bereits heute von Computern oder computergesteuerten Maschinen erledigt werden könnten“, in den einzelnen Bundesländern deutlich „und liegt zwischen acht Prozent in Berlin und mehr als 20 Prozent im Saarland“. Entsprechend ist die Relevanz der Digitalisierung für die einzelnen Bundesländer unterschiedlich ausgeprägt und eng an die jeweiligen Wirtschafts- und Berufsstrukturen gekoppelt.

Ausschlaggebend für ein hohes Substituierbarkeitspotential ist der Anteil des verarbeitenden Gewerbes eines Bundeslandes, so die IAB-Forscher. Länder, in denen überdurchschnittlich viele Arbeitnehmer in Fertigungs- und fertigungstechnischen Berufen beschäftigt sind, weisen ein höheres Substituierbarkeitspotential auf und liegen über dem Bundesdurchschnitt von 15 Prozent. Am höchsten ist diese Quote im Saarland mit 20 Prozent, gefolgt von Thüringen mit 19 Prozent und Baden-Württemberg mit 17 Prozent. Dienstleistungsmetropolen wie Hamburg oder Berlin haben aufgrund ihres hohen Anteils an Beschäftigten in Berufen der Unternehmensführung und -organisation und in weiteren Dienstleistungsberufen weniger Anpassungsbedarf durch die Digitalisierung. Hier liegt das Substituierbarkeitspotential mit acht bzw. neun Prozent am niedrigsten.

Mit Blick auf die Anforderungsniveaus in den Berufsfeldern, die durch die Digitalisierung bedroht sein könnten, stellt die IAB-Studie fest: „Potenziell besonders stark betroffen sind Beschäftigte in Helferberufen. Weil es insgesamt jedoch deutlich mehr Fachkräfte als Helfer gibt, ist die absolute Zahl der potenziell von der Digitalisierung betroffenen Fachkräfte größer als die Zahl bei den Helfern.“

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