IAB-Betriebspanel: Jeder zweite Beschäftigte arbeitet nach Branchentarifvertrag

2015 arbeiteten insgesamt mehr als die Hälfte der in Deutschland Beschäftigten in branchentarifgebundenen Betrieben. Das berichtet das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit und beruft sich dabei auf Daten, die im Rahmen des jährlichen Betriebspanels bei 15.000 Betrieben durch das Institut erhoben wurden.

Aus diesen Daten lässt sich auch herauslesen, dass der Anteil der Beschäftigten, die in einem tarifgebundenen Unternehmen arbeiten, insgesamt rückläufig ist: „1996 arbeiteten in Westdeutschland 70 Prozent der Beschäftigten in Betrieben, in denen ein Branchentarifvertrag galt. Im Jahr 2015 waren es nur noch 51 Prozent. In Ostdeutschland sank der entsprechende Anteil der Beschäftigten von 56 auf 37 Prozent“, heißt es dazu auf der IAB-Website. Im Vergleich zu 2014 stieg die Tarifbindung im Jahr 2015 allerdings in den neuen Bundesländern um einen Prozentpunkt an, während sie im Westen im selben Zeitraum um 2 Prozent sank. Daneben wurden 8 Prozent der Arbeitnehmer in Westdeutschland und 12 Prozent in Ostdeutschland durch Firmentarifverträge erfasst.

Wie das IAB weiterhin mitteilt, profitieren viele Beschäftigte aber indirekt von Tarifverträgen, weil sich ihre Arbeitgeber an Branchentarifwerken orientieren. In den alten Bundesländern waren das immerhin 51 Prozent der Beschäftigten, die in Unternehmen ohne Tarifbindung arbeiteten. Im Osten lag diese Quote mit 44 Prozent etwas niedriger.

In der Zeitarbeitsbranche gestaltet sich die Situation anders: Die Bezahlung von Zeitarbeitnehmern basiert zu nahezu 100 Prozent auf eigenen Tarifverträgen für die Zeitarbeit, die zwischen den Arbeitgebern der Branche und der DGB-Tarifgemeinschaft Zeitarbeit abgeschlossen worden sind. Seit November 2012 ergänzen Branchenzuschlagstarifverträge mit einzelnen DGB-Gewerkschaften das Flächentarifwerk und führen Zeitarbeitnehmer in Schritten an die gleiche Bezahlung von Stammmitarbeitern heran.

Wichtiger Hinweis:
Die Weitergabe der persönlichen LogIn-Daten an Dritte ist untersagt. Bei Zuwiderhandlung behält sich der BAP entsprechende rechtliche Schritte vor.

Artikel teilen:

zurück

Pressekontakt

Photo of Doris  Droste

Doris Droste
Leiterin der Abteilung Presse, Marketing und Öffentlichkeitsarbeit
Tel. +49 30 206098 -30
Fax +49 30 206098 -39