IAB: Arbeitsmarktentwicklung bei ausländischer Bevölkerung „insgesamt robust“

Im Oktober 2015 wurden gut 820.000 in Deutschland lebende ausländische Mitbürger mehr als im Vorjahresmonat gezählt. Die tatsächlich hierzulande lebende Zahl dürfte jedoch aufgrund unvollständiger Registrierungsverfahren deutlich höher sein. Mit dem Zuzug stieg auch die Zahl der ausländischen Beschäftigten, sodass die Arbeitslosenquoten genauso stark wie in den Vorjahren sanken. Doch das wird sich im kommenden Jahr ändern, wenn ein Großteil der Asylverfahren abgeschlossen sein wird. Zu diesem Ergebnis kommt das Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit (BA) in seiner aktuellen Ausgabe des „Zuwanderungsmonitors“.

Wie Forscher des IAB schreiben, stammt der Großteil der im Oktober registrierten Ausländer aus einem der 28 EU-Staaten (341.000 Personen). Die zweitgrößte Gruppe (262.000 Personen) stellten Flüchtlinge aus Kriegs- und Krisengebieten, worunter das Institut die Länder Afghanistan, Eritrea, Irak, Iran, Nigeria, Pakistan, Somalia und Syrien zusammenfasst. Unter die dritte Gruppe fallen Staatsangehörige der Balkanländer (122.000 Personen).

Auch das Beschäftigungswachstum bei den ausländischern Mitbürgern erhöhte sich, wie das IAB feststellt. So konnten im Oktober im Vergleich zum Vormonat 287.000 Menschen mehr in eine abhängige Beschäftigung gebracht werden, sodass die Arbeitslosenquote leicht um 0,3 Prozent auf 14,5 Prozent zurückging. Laut IAB herrscht insbesondere bei Bürgern aus der EU ein „starkes Beschäftigungswachstum“ mit einem Plus von 221.000 Personen. Allerdings konnten nur 17.000 Zuzügler aus Kriegs- und Krisengebieten sowie vom Westbalkan in eine abhängige Beschäftigung vermittelt werden, womit auch die Beschäftigungsquote zurückging. Dies sei nicht „überraschend, weil die meisten neu angekommenen Flüchtlinge noch keine Möglichkeit haben, ein Beschäftigungsverhältnis aufzunehmen“, heißt es dazu in der IAB-Studie. Die absolute Zahl der ausländischen Arbeitslosen stieg im November aber um 41.000 Personen gegenüber dem Vorjahresmonat, wobei es sich „um einen reinen Größeneffekt“ handle, „der auf das Wachstum der ausländischen Bevölkerung zurückzuführen ist“. Laut IAB sei die Arbeitsmarktentwicklung der ausländischen Bevölkerung damit „insgesamt robust“.

Erst im kommenden Jahr, „wenn  große Teile der Flüchtlinge die Asylverfahren abgeschlossen haben, wird sich die Flüchtlingsmigration auch in steigenden Arbeitslosen- und SGB-II-Leistungsbezieherquoten der ausländischen  Bevölkerung niederschlagen“, teilt das IAB weiter mit. So werden sich Flüchtlinge „nur schrittweise in den deutschen Arbeitsmarkt integrieren“ können, was an mangelnden Sprachkenntnissen und oft fehlenden Berufsabschlüssen liegt. Bei anderen Migrantengruppen, wie beispielsweise Zuzüglern aus der EU, werde sich jedoch der „Trend steigender Beschäftigungs- und fallender Arbeitslosenquoten“ fortsetzen.

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Doris Droste
Doris Droste
Leiterin Abteilung Presse, Marketing und Öffentlichkeitsarbeit

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