IAB: Arbeitslosenquote von Geringqualifizierten gegen den Trend weiter angestiegen

Im Jahr 2015 lag die Arbeitslosenquote von Menschen ohne Berufsabschluss mit durchschnittlich 20,3 Prozent 0,4 Punkte über dem Vorjahreswert und bewegte sich damit entgegen dem allgemeinen Trend. Dies ist das Ergebnis von heute veröffentlichten Daten des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit (BA). So sank die Arbeitslosigkeit 2015 insgesamt auf 6,5 Prozent, während die Arbeitslosenquote der Geringqualifizierten auf mehr als das Dreifache des Durchschnittswertes anstieg.

Die Zahlen des IAB zeigen ebenfalls, dass gut Ausgebildete zu den Gewinner am Arbeitsmarkt gehören, während niedrig Qualifizierte besonders häufig von Arbeitslosigkeit betroffen sind: Die Arbeitslosenquote von Akademikern sank im Jahr 2015 um 0,2 Prozentpunkte auf 2,4 Prozent. Bei Absolventen einer betrieblichen oder schulischen Berufsausbildung wurde ebenfalls ein Rückgang und zwar um 0,3 Prozentpunkte auf 4,6 Prozent verzeichnet. Die niedrigste Erwerbslosenquote gab es bei Meistern, Technikern und Fachschulabsolventen. „Auf Basis der Definition der International Labour Organization (ILO) liegt die Erwerbslosenquote bei Meistern, Technikern und Fachschulabsolventen 0,7 Prozentpunkte unter derjenigen der Akademiker“, heißt es dazu auf der Website des Instituts

Enzo Weber, Leiter des IAB-Forschungsbereichs „Prognosen und Strukturanalysen“, betont die Schlüsselfunktion der Bildung  für Arbeitnehmer und erläutert die gravierenden Beschäftigungsprobleme von niedrig Qualifizierten: „Mehr denn je ist Bildung der beste Schutz vor Arbeitslosigkeit. Das Arbeitslosigkeitsrisiko hängt sehr eng mit der Qualifikation zusammen. Je niedriger die Qualifikation, desto schlechter ist die Position auf dem Arbeitsmarkt“. Dies sei aktuell auch bei der Strategie zur Integration von Geflüchteten in den Arbeitsmarkt zu berücksichtigen, die nicht nur auf Schnelligkeit, sondern vielmehr auch auf der Wahrnehmung von Qualifizierungschancen beruhen sollte, so Weber.

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