Hans-Böckler-Stiftung: Anteil von Zeitarbeit stagniert

Nach jahrelangen Zuwächsen stagniert der Anteil von Zeitarbeit, Minijobs oder Teilzeit. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung. Der Anteil dieser Beschäftigungsformen an den rund 37 Millionen abhängig Beschäftigten betrug der Studie zufolge im vergangenen Jahr 43,3 Prozent und lag damit sogar leicht unter dem Vorjahr (43,5 Prozent). Für die Zeitarbeit weist das WSI einen Anteil von zwei Prozent an der Gesamtbeschäftigung aus. Damit verharre die Zeitarbeit „annähernd auf dem Stand des Vorkrisenjahrs 2007“, wie es in einer Pressemitteilung der Hans-Böckler-Stiftung heißt.

Bundesweit am stärksten verbreitet seien die Formen der „atypischen Beschäftigung“ in Schleswig-Holstein mit 47,3 Prozent vor Rheinland-Pfalz mit 46,5 Prozent und Niedersachsen mit 46 Prozent, berichtet die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ). „Am niedrigsten ist der Anteil atypischer Beschäftigung in Thüringen“, so die Pressemitteilung der Hans-Böckler-Stiftung. Dort seien knapp zwei Fünftel der Arbeitsverhältnisse betroffen. „Für die Gewerkschaften gilt alles jenseits des unbefristeten Vollzeitarbeitsverhältnisses als atypisch“, fügt die FAZ erklärend hinzu.

Über die Interpretation der WSI-Zahlen ist erwartungsgemäß ein Streit entbrannt. So wertete die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Grünen, Brigitte Pothmer, die Daten als Beleg dafür, „dass viele Menschen nicht vom ‚Jobwunder‘ profitieren“, vermeldet das „Handelsblatt“. Dagegen übte die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) „scharfe Kritik“ an der WSI-Studie: „Es sei nicht nachvollziehbar, warum Menschen mit einer 80- oder 90-Prozent-Stelle als ‚atypisch‘ beschäftigt diffamiert würden“, so das „Handelsblatt“. Außerdem gingen 80 Prozent der Teilzeitbeschäftigten „aus eigenem Willen“ keiner Vollzeitbeschäftigung nach.

Laut „Handelsblatt“ weist die BDA aber noch auf einen weiteren Aspekt hin: Flexible Beschäftigungsformen unterstützten den Aufbau von sogenannten Normalarbeitsplätzen. „Deren Zahl“, so zitiert das Blatt die Arbeitgeber weiter, „sei zwischen 2006 und 2013 um mehr als 2,4 Millionen gestiegen, während die Zahl der flexibel Beschäftigten nur um etwa 230 000 zugelegt habe.“

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Doris Droste
Doris Droste
Leiterin Abteilung Presse, Marketing und Öffentlichkeitsarbeit

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