Globales Wachstum im Abwärtstrend – Konjunktur in Deutschland stabil

Die Ökonomen der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) rechnen mit einem bescheidenen Wachstum der Weltwirtschaft im kommenden Jahr. Das Plus wird für 2016 auf 3 Prozent und für 2017 auf 3,3 Prozent geschätzt. Die ursprünglich optimistischere Prognose der Organisation aus dem November 2015 mit 3,3 und 3,6 Prozent Wachstum musste somit erneut revidiert werden. Ursächlich für diese Entwicklung sind laut OECD „eine schwache Entwicklung des Welthandels, zögerliche Investitionen, eine gedämpfte Lohnentwicklung und geringere Dynamik in den wichtigsten Schwellenländern“.

Der deutschen Wirtschaft hingegen sagen die Ökonomen ein solides Wachstum voraus, „da ein robuster Arbeitsmarkt und niedrige Ölpreise den privaten Verbrauch stützen, während die niedrigen
Zinsen und der Bedarf an Wohnraum für Flüchtlinge den Wohnungsbauinvestitionen Auftrieb verleihen“, wie auf der Website der Organisation berichtet wird. Damit ist Deutschland das einzige Land in der insgesamt mauen Weltkonjunktur, das nach Einschätzung der OECD in den kommenden Monaten stabil wachsen wird. Hauptaufgabe Deutschlands sei die Integration und damit verbundene Beschleunigung des Arbeitsmarktzugangs von Flüchtlingen: „Viele Flüchtlinge werden in der zweiten Jahreshälfte 2016, wenn ihr Asylantrag bearbeitet wurde, nach und nach in den Arbeitsmarkt eintreten. Da es ihnen an Deutschkenntnissen fehlt und die meisten von ihnen keine formalen Qualifikationen besitzen, werden viele länger brauchen, bis sie eine Stelle finden“, so die Organisation. Die sich derzeit auf historisch niedrigem Niveau befindende Arbeitslosigkeit werde entsprechend leicht zunehmen.

Um die Weltkonjunktur anzukurbeln, bedarf es laut OECD „koordinierter und umfassender Maßnahmen der Fiskal-, Geld- und Strukturpolitik, um auf einen höheren Wachstumspfad zu gelangen und um die politischen Versprechen vor allem gegenüber der jüngeren und der älteren Generation zu erfüllen“. Gleichzeitig warnen die Wirtschaftsexperten der Organisation nicht nur vor einer anhaltenden Wachstumsschwäche, sondern auch davor, „dass unerwartete wirtschaftliche Erschütterungen sogar eine neue globale Wirtschaftskrise auslösen könnten“, wie „Die Welt“ schreibt.

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