„German Angst“ erfasst den deutschen Mittelstand

Unter den europäischen Mittelständlern scheint sich eine neue Aufbruchsstimmung zu verbreiten – nur in Deutschland überwiegt der Pessimismus. Das gestern veröffentlichte Mittelstandsbarometer der Beratungsgesellschaft Ernst & Young (E&Y) zeigt, dass die Stimmung in Deutschland schlechter ist als die Lage.

Gerade einmal 19 Prozent der deutschen Mittelständler prognostizieren eine Verbesserung der konjunkturellen Lage, in Europa hingegen rechnen 32 Prozent mit einem Wirtschaftswachstum; in Irland sind es sogar 68 Prozent. Auch im Hinblick auf die eigene Branche gibt es unter den deutschen Mittelständlern zunehmend Skeptiker: Nur jeder Dritte rechnet in diesem Jahr mit einer Verbesserung der eigenen Geschäftslage. Von einer Verschlechterung gehen 12 Prozent aus, während es im Juli 2014  nur 7 Prozent waren.

„Deutschlands Mittelständler sind stark verunsichert“, sagt Peter Englisch, Partner bei E&Y. „Sie sehen derzeit vor allem Risiken“. Dabei sei die Stimmung deutlich schlechter als die tatsächliche Lage: Der gesunkene Euro mache deutsche Produkte im Ausland billiger, der niedrige Ölpreis entlastet die Betriebe, und die deutsche Wirtschaft bleibe insgesamt auf dem Wachstumskurs – E&Y rechnet mit einem Wirtschaftswachstum von 1,5 Prozent für das Jahr 2015. Wirtschaftsprüfer Englisch hat für die unterschiedliche Wahrnehmung von deutschen und Unternehmern in den krisengebeutelten  EU-Mitgliedsstaaten Spanien, Griechenland und Irland eine Erklärung: „Das könnte mit kulturellen Unterschieden zu tun haben, ob man geneigt ist, das Glas als halb voll oder halb leer zu empfinden“, äußert er gegenüber dem „Inforadio“.

 

 

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