Flexibilisierung der Arbeitszeiten: Andere EU-Länder machen es vor

Die Debatte um flexiblere Arbeitszeiten ist mittlerweile auch in Deutschland im vollen Gange. Arbeitnehmerverbände sprechen sich beispielsweise dafür aus, statt des bislang geltenden Acht-Stunden-Tages eine wöchentliche Höchstarbeitszeit festzulegen. Die Politik tut sich bislang damit schwer. Einem Bericht des „Focus“ zufolge machen andere EU-Länder wie Dänemark und Großbritannien es vor: Dort gelten nur die Vorgaben der EU-Kommission, die lediglich eine wöchentliche Höchstarbeitsdauer und Mindestruhezeiten festlegen.

Innerhalb der EU hat die 40-Stunden-Woche keinen Bestand mehr. Das zeigen Daten von Eurostat, dem Statistischen Amt der Europäischen Union. Spitzenreiter sind demnach die Isländer, die im Schnitt 44,8 Stunden pro Woche arbeiten gingen. Danach folgten Griechen mit 44,1 Wochenarbeitsstunden sowie Mazedonier mit 43,2 Stunden. Die wenigste Zeit am Arbeitsplatz verbrächten dänische Arbeitnehmer mit durchschnittlich 38,8 Arbeitsstunden je Woche. Deutsche Arbeitnehmer bewegen sich mit durchschnittlich 41,7 Arbeitsstunden pro Woche nur im europäischen Mittelmaß. Wie der „Focus“ berichtet, erreichten die Deutschen lediglich Platz 15 im Vergleich mit anderen EU-Staaten.

Um flexiblere Arbeitsabläufe zu gestalten und beispielsweise auch eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu gewährleisten, fordern Arbeitnehmerverbände, Arbeitszeitmodelle an die Vorgaben der EU-Kommission anzupassen. Diese könnten beispielsweise eine wöchentliche Höchstarbeitszeit vorsehen, sodass Arbeitnehmer selbst festlegen, an welchen Tagen sie länger oder kürzer arbeiteten, und könnten damit auch mehr Verantwortung tragen. Nach Angaben des „Focus“ existierten solche Modelle bereits seit längerem in Ländern wie Großbritannien, Dänemark und Litauen. Hier gelten die Richtlinien der EU-Kommission, wie beispielsweise nach sechs Stunden Arbeit eine Pause zu machen oder der Anspruch auf einen freien Tag nach sieben durchgängigen Arbeitstagen. Auch dürfe die Höchstarbeitszeit in der Woche die 48-Stunden-Marke nicht überschreiten. Eurostat-Sprecherin Julia van Dam bestätigt, dass mehr Flexibilität eine größere Arbeitsbereitschaft bei den Angestellten wecken kann. „Ob eine flexible Arbeitszeit auch mehr Wirtschaftsleistung“ bringe, konnte die Sprecherin dem „Focus“ gegenüber nicht bestätigen. „Wir gehen aber davon aus, dass ein flexibles Arbeitsmodell den Arbeitnehmern mehr Freiräume bietet.“

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Doris Droste
Doris Droste
Leiterin Abteilung Presse, Marketing und Öffentlichkeitsarbeit

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