Eurostat: Wirtschaft in Europa schwächt sich ab – Arbeitslosenquote sinkt

Die Wirtschaft in Europa hat sich im zweiten Quartal 2016 deutlich schwächer entwickelt als im Vorjahr. Das saisonbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) erhöhte sich demnach im Eurowährungsraum, dem 19 Mitgliedsstaaten angehören, zwischen April und Juni dieses Jahres im Vergleich zum ersten Quartal nur leicht um 0,3 Prozent. Gleichzeitig stieg das BIP in der gesamten Europäischen Union (EU) mit 28 Mitgliedsstaaten um 0,4 Prozent. Zwischen Januar und März 2016 legte das BIP im Euroraum noch um 0,6 Prozent und in der EU um 0,5 Prozent zu. Zu diesen Ergebnissen kommt Eurostat, das statistische Amt der EU, in einer ersten Schnellschätzung.

Wie die Behörde mitteilt, konnte im zweiten Quartal 2015 noch eine Erhöhung des BIP im Euroraum um 1,6 Prozent und in der EU um 1,8 Prozent verzeichnet werden. Grund für den abgeschwächten Anstieg sei die „schwache Konjunktur in Frankreich“, schreibt das „Handelsblatt“. Weiter heißt es: „Das Wachstum der französischen Wirtschaft kam im Frühjahr überraschend zum Stillstand – nicht zuletzt wegen Streiks gegen die Arbeitsmarktpolitik der Regierung.“ Auch das sogenannte „Brexit“-Votum dürfte dazu führen, dass die Wirtschaft in Europa nicht weiter zulegen wird. Demnach gebe es aufgrund der Abstimmung um den Austritt Großbritannien aus der EU eine „große Verunsicherung bei vielen Unternehmen“, zitiert die Zeitung Analysten.

Eurostat gab weiterhin die Arbeitslosenzahlen im Euroraum und in der EU für den Monat Juni bekannt: Danach lag die saisonbereinigte Arbeitslosenquote der 19 Länder des Euroraums bei 10,1 Prozent, während die Statistiker für die EU eine Quote von 8,6 Prozent ermittelten. In der Eurozone blieb die Arbeitslosigkeit damit gegenüber dem Vormonat unverändert – im Vorjahresvergleich sank die Quote jedoch um 0,9 Prozent. Ähnliches gilt auch für die Arbeitslosenquote in der EU, die im Juni gegenüber Mai 2016 ebenfalls gleich blieb und im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 9,5 Prozent zurückging. Insgesamt waren im Juni 2016 in der EU 20,986 Millionen Personen ohne Job, wovon 16,296 Millionen im Euroraum lebten. „Von  den  Mitgliedstaaten verzeichneten Malta (4,0%), die Tschechische  Republik (4,1%) und Deutschland (4,2%) im Juni 2016 die niedrigsten Arbeitslosenquoten. Die höchsten Quoten registrierten Griechenland (23,3% im April 2016) und Spanien (19,9%)“, teilt die Behörde dazu mit.

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