dpa-Umfrage: Volkswirte erwarten Anschub für Arbeitsmarkt

Die anziehende Konjunktur in Deutschland wird nach Einschätzung von Experten für einen unerwartet kräftigen Schub auf dem Arbeitsmarkt sorgen. Im Jahresschnitt könnte die Zahl der Erwerbslosen 2015 um 80.000 bis 100.000 sinken, prognostizieren Volkswirte deutscher Großbanken. Die große Unbekannte in dieser Rechnung bleibe aber der Mindestlohn, ergab eine Umfrage der Deutschen Presseagentur (dpa).

So rechnet die DZ-Bank mit einem Rückgang der Erwerbslosenzahl um 100.000 gegenüber 2014. „Nach guten Konjunkturdaten am Jahresende haben wir unsere skeptischen Prognosen nach oben korrigiert“, sagte DZ-Bank-Volkswirt Michael Holstein. Aus seiner Sicht spricht vieles dafür, dass die Arbeitslosigkeit im Jahresschnitt auf 2,8 Millionen sinkt. Etwas zurückhaltender gibt sich die Allianz-Versicherung, die einen Rückgang um 80.000 Erwerbslose im laufenden Jahr erwartet. Auch die Bayern-LB geht davon aus, dass sich die „Konjunkturdynamik mit zeitlicher Verzögerung auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar machen wird“. Nach Einschätzung der Volkswirte dürfte sich die gute Konjunkturentwicklung bereits in den Arbeitslosenzahlen für Februar niederschlagen. Diese dürften mit rund 3,05 Millionen zwar um rund 15.000 höher liegen als im Januar. Im Vergleich zum Vorjahr würde dies aber einem Rückgang zwischen 85.000 und 90.000 entsprechen.

Noch kaum spürbar sind den Volkswirten zufolge die Auswirkungen des zum Jahresanfang eingeführten Mindestlohns von 8,50 Euro auf den Arbeitsmarkt. Volkswirt Heiko Peters von der Deutschen Bank rechnet damit erst in den kommenden Monaten. Derzeit werde der Effekt sowohl von der guten Konjunktur als auch von dem wachsenden Arbeitskräftemangel als Folge der abschlagsfreien Rente mit 63 ausgeglichen.

Derweil erwartet der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Eric Schweitzer, einen „Rückgang der Arbeitslosigkeit um 50.000 und ein Beschäftigungsplus von 200.000 Personen“, wie er der „WirtschaftsWoche“ sagte. Mit Blick auf diese positive Entwicklung fordert Schweitzer eine Senkung der Beiträge für die Arbeitslosenversicherung.  Dadurch könnten die Unternehmen zumindest ein wenig entlastet werden, wenn schon die Kosten durch den Mindestlohn stiegen. Seine Forderung begründet der DIHK-Präsident mit weiteren zu erwartenden Mehrkosten für Unternehmen: „In der Zukunft kommen ja ohnehin steigende Lohnzusatzkosten auf die Unternehmen zu durch die Rente mit 63 und die Mütterrente“, erklärte Schweitzer.

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Doris Droste
Doris Droste
Leiterin Abteilung Presse, Marketing und Öffentlichkeitsarbeit

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