DIW: Mittelschicht schrumpft – verschiedene Studien kommen zu unterschiedlichen Ergebnissen

Die Mittelschicht in Deutschland ist seit der Wiedervereinigung um sechs Prozent auf 54 Prozent geschrumpft. Damit verringert sich die Mittelschicht hierzulande genauso stark wie in den USA, besitzt in Deutschland aber eine breitere Basis. Zu diesen Ergebnissen kommt das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in einer neuen Studie, über die „Die Welt“ berichtet. Allerdings zeigen unterschiedliche Untersuchungen zur Mittelschicht verschiedene Ergebnisse.    

Kritik äußerte vor allem das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW Köln). So hätten die größten Schrumpfungsprozesse der Mittelschicht um die Jahrtausendwende stattgefunden. Seit 2005 gebe es „in Deutschland annähernd stabile Verhältnisse“, kommentiert das Institut die Ergebnisse der DIW-Studie. Zudem stammen die Daten der DIW-Studie aus den Jahren 2011 und 2013 – einem Zeitraum, in dem sich die Größe der Mittelschicht nicht verändert habe. Besonders die positiven Entwicklungen bei der Beschäftigung und in der deutschen Wirtschaft haben dem IW Köln zufolge dazu beigetragen, dass die Mittelschicht im vergangenen Jahrzehnt nicht weiter geschrumpft ist. Der „Welt“ zufolge kam die Konrad-Adenauer-Stiftung vor einiger Zeit zu ähnlichen Ergebnissen. Demnach sei die Mittelschicht trotz Krisen „erstaunlich stabil“. Zur Mittelschicht zählen die Forscher Menschen, „deren gesamtes Haushaltseinkommen vor Steuern und Sozialabgaben zwischen 67 und 200 Prozent des Medians beträgt“, schreibt „Die Welt“. Der Median beschreibt das mittlere Bruttoeinkommen nach Abzug von Steuern und Abgaben.

Aus der DIW-Studie geht weiterhin hervor, dass wichtige Faktoren für den Schrumpfprozess der Mittelschicht seit 1991 die Demographie und Zuwanderung seien. Demnach reduzierte sich der Anteil bei den 18- bis 30-jährigen „in Deutschland zwischen 1983 und 2013 von 69 auf 52 Prozent, bei den 30- bis 45-Jährigen von 78 auf 64 Prozent“, heißt es in der „Welt“. Dagegen zählten mittlerweile 41 Prozent der Menschen im Rentenalter zur Mittelschicht – ein Zuwachs von 17 Prozent. Laut DIW seien Migranten jedoch öfters betroffen von einem Abstieg aus der Mittelschicht als andere Gruppen.

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