DIHK: Zahl der Unternehmensgründungen auf Rekordtief

Immer weniger Deutsche gründen ein eigenes Unternehmen. Das ergab der Gründungsreport 2014 des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), aus dem „Die Welt“ zitiert. Demnach scheuen immer mehr Menschen das Risiko einer Unternehmensgründung: Nach Informationen des DIHK ging im vergangenen Jahr die Zahl der Gründungsgespräche um drei Prozent auf 227.703 zurück. „Das ist der vierte Rückgang in Folge und ein neuer Negativrekord“, erklärte DIHK-Präsident Eric Schweitzer. „Deutschland steckt in einer Gründungsmisere“, sagte er gegenüber der „Welt“. Einziger „Hoffnungsschimmer“ sind dem Verbandspräsidenten zufolge Gründer mit Migrationshintergrund: Fast jeder fünfte Gründer (19 Prozent) in der IHK-Gründungsberatung habe einen Migrationshintergrund – ein Plus um fünf Prozentpunkte seit dem Jahr 2007.

Die Migranten zeigten sich gut vorbereitet und wollten rasch im Markt Fuß fassen, sagte Schweitzer. Allerdings sehen 78 Prozent der IHK-Gründungsberater „Qualifikationsbedarf beim kaufmännischen Handwerkszeug“, beispielsweise bei Planrechnungen. Fast 70 Prozent der Migranten müssten außerdem ihre Sprachkenntnisse verbessern. „Mehr Welcome-Center und bessere Willkommensstrukturen, die bei den ersten Schritten begleiten, würden Gründern den Einstieg noch erleichtern“, so Schweitzer. Der DIHK-Chef forderte zugleich Bund und Länder auf, ihr Angebot an Sprachkursen auch für Selbstständige auszuweiten.

Abgesehen von einer „offenbar gering ausgeprägten Start-up-Kultur“, so „Die Welt“, sei die alternde Gesellschaft ein weiterer Grund für die zurückgegangene Gründungsbereitschaft. Hinzu komme die gute Konjunktur, dadurch gebe es für viele keinen Druck, über die Selbständigkeit aus der Arbeitslosigkeit zu kommen. „Und Fachkräfte suchen in solchen Phasen immer eher die Sicherheit einer Festanstellung“, zitiert die Zeitung den DIHK-Präsidenten. Schweitzer belegte dies mit Zahlen auf dem Jahr 2004: Vor zehn Jahre hatte es noch circa 406.000 Gründungsgespräche gegeben – rund 180.000 mehr als im Jahr 2014. Viele dieser Gespräche seien allerdings aus der puren wirtschaftlichen Not geboren gewesen, weil damals so viele Menschen arbeitslos waren. Heute wollten laut DIHK-Gründerreport zwei Drittel der Interessenten, die ihrer IHK ein Geschäftskonzept vorlegten, vornehmlich aus unternehmerischem Antrieb gründen, weniger aus Mangel an Jobalternativen. Eine „erfreuliche Entwicklung“, heißt es in dem Report. Sie reiche aber nicht aus, um den Gesamttrend ins Positive zu drehen. Schweitzer machte dafür auch die Bundesregierung verantwortlich. So würde den Unternehmen zum Beispiel durch den Mindestlohn „mehr Bürokratie aufgebürdet. Mit dem Entgeltgleichheitsgesetz und Regulierungen bei Zeitarbeit drohten weitere Belastungen“, schreibt „Die Welt“ wörtlich.

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Doris Droste
Doris Droste
Leiterin Abteilung Presse, Marketing und Öffentlichkeitsarbeit

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