DIHK: Deutlicher Rückgang von Lehrverträgen

Eric Schweitzer, Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), hat in einem Interview mit der „Passauer Neuen Presse“  einen Rückgang der Lehrverträge mit Unternehmen beklagt – dies vermeldet der DIHK auch auf seiner Homepage. Bei IHK-Ausbildungsverträgen sei 2013 ein Rückgang von 4,5 Prozent von rund 330.000 auf 315.000 festgestellt worden.

Schweitzer kritisierte eine „Akademisierung um jeden Preis“ in Deutschland: „Die Wahrheit ist: Jahrelange und undifferenzierte Forderungen nach einer Erhöhung der Studierendenquote in Deutschland haben dazu geführt, dass unsere Hörsäle inzwischen aus allen Nähten platzen, während Unternehmen händeringend Azubis suchen“, wird Schweitzer auf der DIHK-Homepage zitiert. Im vergangenen Jahr habe es mit rund 500.000 jungen Menschen nahezu so viele Studien- wie Ausbildungsanfänger gegeben, gleichzeitig habe es in Deutschland aber betriebliche Ausbildungsplätze gegeben, die nicht hätten besetzt werden können. Im Wettbewerb um Fachkräfte würde dies vor allem die kleineren Betriebe schwächen.

„Dem Wirtschaftsstandort Deutschland droht nachhaltiger Schaden, wenn der Trend zur Akademisierung um jeden Preis nicht gestoppt wird“, so wird der DIHK-Präsident weiter zitiert. Einer Untersuchung zufolge würden bis zum Ende des Jahrzehnts bis zu 1,4 Millionen Facharbeiter in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) fehlen – demgegenüber aber lediglich 150.000 „MINT“-Hochschulabsolventen. Von Facharbeiter- und Meisterausbildung würde die „Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit“ Deutschlands allerdings in hohem Maße abhängen.

Eric Schweitzer wollte im Interview laut DIHK-Homepage auch einer möglichen Falschinterpretation seiner Aussage vorbeugen: Jeder Jugendliche hätte selbstverständlich das Recht, seinen Talenten und Fähigkeiten entsprechend den eigenen, selbstgewählten Ausbildungsweg zu gehen. „Aber nicht jeder Abiturient ist mit einem Studium gut beraten. Hohe Abbruchquoten an den Hochschulen machen mir Sorgen, weil sie die Chancen der jungen Menschen am Arbeitsmarkt gefährden.“


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Doris Droste
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