Deutschland: Hoher Industrieanteil als Erfolgsmodell

Die deutsche Industrie hat ihren Anteil am Bruttoinlandsprodukt (BIP) in Deutschland in den vergangenen 20 Jahren nahezu gehalten. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) anlässlich der vom 13. bis 17. April 2015 stattfindenden Hannover Messe mitteilt, lag der Anteil des Verarbeitenden Gewerbes an der Bruttowertschöpfung aller Wirtschaftsbereiche in Deutschland im Jahr 2014 bei 22,3 Prozent. Dies entsprach fast dem Wert von 1994, der bei 23,0 Prozent lag. Mit Blick auf diese Zahlen schreibt die „Berliner Zeitung“ wörtlich: „Was nach Stagnation klingt, ist in der Sache ein riesiger Erfolg.“

Diese Einschätzung bestätigen Zahlen aus anderen europäischen Ländern: In den EU-Staaten insgesamt hatte die Industrie 2014 einen Anteil von durchschnittlichen 15,3 Prozent am BIP. In Frankreich lag der Anteil dagegen nur bei 11,4 Prozent und in Großbritannien sogar lediglich bei 9,4 Prozent. „Im internationalen Vergleich und langfristig betrachtet, steht die deutsche Industrie gut da“, heißt es dazu in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (FAZ). Die „Berliner Zeitung“ kommentiert sogar: „Noch vor 15 Jahren galt Deutschland als ‚kranker Mann‘ Europas, der statt auf moderne Dienstleistungen auf Maschinen und Autos setzt. Heute ist die deutsche Industrie ein Vorzeigemodell, das viele Länder nachahmen möchten.“

Doch das ist in vielen Ländern nicht möglich. Nicht nur, weil häufig der Anteil der Industrie am BIP von vornherein deutlich geringer als in Deutschland ist, sondern auch weil der Anteil der Industrie an der Wertschöpfung aufgrund der Konkurrenz aus Niedriglohnländern wie Asien und Osteuropa in fast allen Ländern zurückgegangen ist. So gälten China und die osteuropäischen Staaten, wie es in der „Berliner Zeitung“ heißt, heute als „Werkbank der Welt“, weil viele europäische und amerikanische Konzerne ihre Produktion nach dort verlagert hätten. „Ergebnis: In Tschechien (knapp 25 Prozent) und Ungarn (23 Prozent)  liegt der Industrie-Anteil heute noch höher als in Deutschland. Das gleiche gilt für Irland, das mit geringen Steuern lockt.“ Die deutsche Industrie profitiert aber auch von ihrer langen Geschichte. „Da starke Industrien nur aus gewachsenen Strukturen entstehen können, ist es wenig erfolgversprechend, bestimmte Industriemodelle zu kopieren“, erklärte Eric Heymann, Industrie-Analyst der Deutschen Bank gegenüber der Zeitung.

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Doris Droste
Doris Droste
Leiterin Abteilung Presse, Marketing und Öffentlichkeitsarbeit

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