Deutsche Metall- und Elektroindustrie: Spitzenplatz bei Urlaubs- und Feiertagen

Deutsche Beschäftigte in der Industrie haben jedes Jahr durchschnittlich 40 freie Tage – so viele wie in keinem anderen europäischen Land. Gleichzeitig gehen deutsche Arbeitnehmer früher in Rente. Beides verursache höhere Arbeitskosten, wie die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ) unter Berufung auf Studien des Instituts der Deutschen Wirtschaft Köln (IW Köln) und der Beratungsgesellschaft Pricewaterhouse Coopers (PwC) berichtet.

Mit 40 freien und vom Arbeitgeber bezahlten Tagen belegt Deutschland „den europäischen Spitzenplatz vor Dänemark (39 Tage) und Italien (37 Tage)“, schreibt die FAZ. In Großbritannien, den Niederlanden und Griechenland bekommen Industriebeschäftigte 31 bis 35 Tage. Die osteuropäischen Länder sowie Portugal und Belgien haben mit bis zu 30 freien Tagen die wenigste bezahlte Freizeit. Worüber sich Arbeitnehmer hierzulande freuen, stellt Unternehmen vor Herausforderungen. Denn mit steigenden Arbeitskosten werde „deren gesamte Kostenlast nach oben“ verlagert, so die FAZ. Demnach verursache eine Arbeitsstunde in der deutschen Metall - und Elektroindustrie Kosten in Höhe von 40 Euro, in der deutschen Autoindustrie sogar 48 Euro. Mit diesen Löhnen belegt Deutschland führende Positionen in Europa. Wie die FAZ weiter schreibt, stieg die Arbeitsproduktivität in Deutschland seit dem Krisenjahr 2009 weniger stark als die Arbeitskosten. Dies belegen auch die Lohnstückkosten der Metall- und Elektroindustrie, die im ersten Halbjahr 2015 drei Prozent höher ausfielen als im Vorjahreszeitraum.

In der Studie der Beratungsgesellschaft PwC wird zudem deutlich, dass noch immer viele ältere Berufstätige früher in Rente gingen als in anderen Industriestaaten üblich, heißt es dazu weiter in der FAZ. Demnach hätte sich der „Anteil der Berufstätigen unter den Älteren“ zwar „deutlich erhöht“, allerdings läge Deutschland aber nur „im Mittelfeld“ aller in der Industriestaatenorganisation OECD vertretenen 34 Staaten. Laut FAZ stünden mittlerweile zwei Drittel der 55- bis 64-Jährigen im Berufsleben, während sich bei den 65- bis 69-Jährigen „die Quote von einst 5,5 Prozent sogar mehr als verdoppelt“ hätte. Petra Raspels, Vorstandsmitglied und Leiterin Human Capital bei PwC, sieht in diesem Ergebnis noch „großes Verbesserungspotenzial“. Anreize für einen späteren Renteneintritt könne auch der Staat setzen, um das „mit der bezahlten Freizeit verknüpfte Kostenproblem zu entschärfen“, schreibt die FAZ.

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Doris Droste
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