Destatis: Export bricht ein

Die deutsche Wirtschaft zeigt zunehmend deutliche Zeichen der Schwäche: Nach Industrieaufträgen und Produktion brachen im August auch die Exporte so kräftig ein wie seit fünfeinhalb Jahren nicht mehr - auch wegen verschärfter Sanktionen gegen Russland. Die Ausfuhren sanken um 5,8 Prozent zum Vormonat, teilt das Statistische Bundesamt am Donnerstag mit. Von Reuters befragte Ökonomen hatten nur ein Minus von 4,0 Prozent erwartet, nach einem Plus von 4,8 Prozent im Juli, berichtet das „Handelsblatt“.

Auch die Importe seien überraschend um 1,3 Prozent gefallen. Diese Rückgänge seien auch durch die späte Lage der Sommerferien in vielen Bundesländern beeinflusst, erklärten die Statistiker. Experten machten aber auch die am 1. August in Kraft getretenen schärferen Sanktionen gegen Russland mitverantwortlich, die neben Banken beispielsweise Rüstungsgüter und Hochtechnologie-Geräte beträfen. "Die Sanktionen gegen Russland greifen voll, das hinterlässt Spuren", sagte BayernLB-Ökonom Stefan Kipar gegenüber dem „Handelsblatt“.

Nach Einschätzung des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) ist die Konjunkturerholung vorerst zu Ende. "Wir sind in keinem Aufschwung mehr", sagte DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier im „ARD-Morgenmagazin“. Nach dem Rückgang der Wirtschaftsleistung im Frühjahr deute sich auch für das gerade beendete dritte Quartal eine Stagnation "oder sogar noch ein negatives Vorzeichen" an. "Das wäre dann technisch gesprochen eine Rezession", sagte Treier. 2014 sei ein "geopolitisches Sorgenjahr", sagte er mit Blick auf die Krisen in der Ukraine und dem Nahen Osten sowie die Ebola-Seuche in Westafrika.

Vom „Ende der Wachstumsseligkeit“ spricht die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ). In einem Kommentar vom Mittwoch heißt es: „Deutschlands Rolle als Musterschüler hat uns blind gemacht. Die Wirtschaft stockt seit Monaten – eine Schwäche, die nicht verharmlost werden darf." Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, wird in der „FAZ“ zitiert mit dem Begriff „Deutschland-Illusion“. Spätestens nach dem abermaligen Rückschlag für die Industrie im August sei die Wachstumslokomotive zum Trugbild geworden. Es dränge sich die Frage auf, wie stark die deutsche Wirtschaft tatsächlich sei und ob das, was nach dem schwachen Frühjahrsquartal noch als Wachstumsdelle bezeichnet wurde, doch der Beginn einer längeren Schwächephase sei, so der „FAZ“-Kommentar. Eine von mehreren Ursachen für den Rückgang von Investitionen sei fehlende Planungssicherheit. Die Entwicklung der Wirtschaft werde auch Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt haben. Als „große Unbekannte“ komme von 2015 an der flächendeckende Mindestlohn hinzu. Der Konsum dürfte kurzfristig von höheren Löhnen profitieren. Allerdings werde der Mindestlohn vor allem im Osten Arbeitsplätze kosten.

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Doris Droste
Doris Droste
Leiterin Abteilung Presse, Marketing und Öffentlichkeitsarbeit

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