Commerzbank-Studie: Viele Mittelständler sehen Geschäftsmodell durch Digitalisierung in Gefahr

Jedes vierte mittelständische Unternehmen sieht sein Geschäftsmodell im Zuge der Digitalisierung gefährdet. Das ergab eine Umfrage der Commerzbank bei 4.000 Führungskräften in Unternehmen mit einem Jahresumsatz von mindestens 2,5 Millionen Euro. Zwar sei die Grundstimmung positiv – immerhin sehen 86 Prozent der befragten Unternehmer in der Digitalisierung „eine große Chance“, allerdings herrsche bei den Entwicklungen der vergangenen Jahre mit Blick auf Industrie 4.0 eine spürbare Zurückhaltung, so die „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (FAZ). In der Studie der Commerzbank heißt es wörtlich: „63 Prozent der Befragten räumten durchaus selbstkritisch ein, dass der Mittelstand das Thema Digitalisierung derzeit noch eher vernachlässige.“ Viele Unternehmen gingen offenbar davon aus, dass die Digitalisierung erst in relativ ferner Zukunft wirklich neue Geschäftsmodelle ermöglichen werden, schlussfolgert die FAZ.

Allerdings bedeute das Verhalten nicht, dass „der deutsche Mittelstand und der Aufbruch in die Moderne unversöhnlich wären“, schreibt die FAZ. Vielmehr habe sich „eine Art digitale Elite“ gebildet, die nicht nur in jungen Unternehmen, sondern auch bei erfahrenen Führungskräften zu finden sei. Vor allem bei Unternehmen in Berlin und Hamburg sowie in den Bundesländern Bayern, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz gebe es eine große Aufgeschlossenheit gegenüber neuer Technik und neuen Geschäftsmodellen. Allerdings: Sie machten derzeit nur 15 Prozent unter den Befragten aus, bilanziert die FAZ.

Markus Beumer, Vorstand der Commerzbank und verantwortlich für das Mittelstandsgeschäft, warnt in der Studie den Mittelstand, den Umbruch zu ignorieren und den Anschluss zu verpassen. „Der Einzug der digitalen Technologien bietet große Chancen, ist aber auch eine gewaltige Managementaufgabe, weil Entscheidungen schnell getroffen werden müssen“, so der Commerzbank-Vorstand.

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