Bundesagentur für Arbeit fordert Sofortprogramm für Flüchtlinge

Bei der gestrigen Bekanntgabe der Arbeitsmarktzahlen durch die Bundesagentur für Arbeit (BA) wurde deutlich, dass die Integration von Flüchtlingen und Asylsuchenden ein Baustein sein könnte, um Fachkräfteengpässen entgegenzuwirken.  Allerdings wies BA-Vorstandsmitglied Heinrich Alt auch darauf hin, dass es bei den Qualifikationen eine „Riesenspreizung“ gebe, wie die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ) schreibt: „Die Eingliederungschancen von einem traumatischen Analphabeten aus dem Irak unterschieden sich naturgemäß erheblich von denen eines syrischen Arztes.“

Aufgrund des anhaltenden Flüchtlingsstroms befürchtet die BA außerdem Engpässe bei der Vermittlung und in der Betreuung von Asylbewerbern in den Jobcentern. Alt sprach sich demnach für eine stärkere Bundesförderung der Jobcenter aus, um die steigende Zahl von Asylbewerbern zu bewältigen. Laut Alt würden rund 150 Millionen Euro und etwa 1.000 Betreuer benötigt. Anders als die Arbeitsagenturen werden die Jobcenter vom Bund finanziert. Die Arbeitsagenturen und Jobcenter betreuen derzeit etwa 360.000 Asylbewerber, für das Gesamtjahr werden weitere 200.000 Antragsstellungen erwartet, so der „Bayerische Rundfunk“. Größte Herausforderung bei der Integration der Asylbewerber sei die Sprachbarriere. Dem  Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) fehlten dafür aber schlichtweg die finanziellen Mittel.

BA-Vorstand Alt sprach sich auch dafür aus, dass die Arbeitsagentur bereits nach sechs Monaten Maßnahmen ergreifen dürfe, um Flüchtlinge und Asylsuchende in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Laut Bundestagsbeschluss soll dies jedoch erst nach 15 Monaten ab Mitte nächsten Jahres möglich sein.

Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) nimmt die Hinweise der BA ernst und sprach sich für ein eigenständiges Flüchtlingsprogramm aus. Hierbei setzt sie vor allem auf Sprachkurse und Eingliederung der Flüchtlinge in Arbeit. „Auf konkrete Summen und einen Zeitrahmen für das Programm ging sie nicht ein“, heißt es in der FAZ.

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