BIBB: Nur wenige Betriebe suchen überregional nach Auszubildenden

In Zeiten des Fachkräftemangels wird es gerade für kleine und mittelständische Firmen schwieriger, geeignete Mitarbeiter zu finden – das ist Fakt. Fest steht auch, dass im Zuge dieser Entwicklung immer mehr Lehrstellen unbesetzt bleiben. Wie das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) jetzt herausgefunden hat, liegt das aber zum Teil auch an den Betrieben selber. Denn einer aktuellen Befragung des BIBB zufolge, von der heute auch das „Handelsblatt“ berichtet, suchen nur wenige Unternehmen überregional nach neuen Lehrlingen. „Lediglich fünf Prozent der kleinen und mittleren Unternehmen suchen jenseits eines Radius von 100 Kilometern – zwei Drittel dagegen lediglich im Umkreis von 20 Kilometern“, schreibt das „Handelsblatt“ zu den Ergebnissen zur Umfrage.  Dies stehe in „krassem Widerspruch“ zur Überzeugen, die viele Firmen selbst vertreten: Dem Studienergebnis zufolge würden zwei Drittel aller befragten Betriebe eben jene überregionale Rekrutierung für wichtig halten, vier Fünftel würden gar annehmen, dass sich der Mobilitätsfaktor in fünf Jahren – also schon in naher Zukunft – als sehr wichtiges Instrument zur Sicherung von Fachkräften etablieren würde.

Eine entsprechende BIBB-Pressemitteilung, die über die Homepage des Instituts einsehbar ist, zitiert den BIBB-Präsidenten Friedrich Hubert Esser, der das Umfrageergebnis kommentiert. So betont Esser, kleine und mittlere Betriebe müssten stärker als bisher „sensibilisiert werden, sich auch über ihre Region hinaus um Auszubildende zu bemühen“.

Allerdings sind es offenbar aber nicht nur die Unternehmen, die in die Pflicht genommen werden müssen. Denn der BIBB-Studie zufolge wollen auch Jugendliche selbst nicht für eine Lehre in die Ferne ziehen. In der Pressemitteilung heißt es dazu, bei der Befragung hätten lediglich 11,7 Prozent der befragten Auszubildenden angegeben, dass sie sich für eine Lehrstelle auch „mehr als 100 Kilometer außerhalb der Region“ beworben hätten. Jugendliche auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz hätten sich nur zu 15,8 Prozent überregional beworben.

Auch zu diesem Sachverhalt nimmt BIBB-Präsident Esser in der Pressemitteilung Stellung. „Jugendliche sollten […] verstärkt ermutigt werden, mobiler zu sein und sich auch um Ausbildungsplätze außerhalb ihrer Heimatregion zu bewerben“, fordert Esser. Außerdem betont er: Die „Einstellung der Jugendlichen zur Mobilität“ müsse bereits in der Schule zum Thema gemacht werden, um junge Menschen auf die Anforderungen der Arbeitswelt gut vorbereiten zu können.

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