Befragung zur Erwerbstätigkeit von Asylbewerbern vor der Flucht

Bei einer Befragung von mehr als 220.000 Flüchtlingen hat das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) herausgefunden, dass die meisten Asylbewerber in ihrem Herkunftsland einen Handwerksberuf oder Hilfstätigkeiten ausübten. Außerdem war die Erwerbstätigkeit bei Männern mit 74,8 Prozent deutlich höher als bei Frauen mit 32,7 Prozent, wie das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW Köln) auf seiner Internetseite berichtet.

Unabhängig vom Geschlecht waren mit 12,8 Prozent die meisten Asylsuchenden in ihrer Heimat im Handwerk beschäftigt oder übten Hilfsarbeiten aus (10,2 Prozent). Im Dienstleistungsgewerbe arbeiteten 9,3 Prozent. Auf den weiteren Plätzen folgen Land- und Forstwirtschaft sowie Fischerei mit 6,3 Prozent, Tätigkeiten im Groß- und Einzelhandel mit 5,8 Prozent, Berufe im KFZ-Bereich mit 4,8 Prozent, Lehrberufe mit 4,5 Prozent, Tätigkeiten im Außenbaugewerbe inklusive Tief- und Straßenbau mit 4,4 Prozent und 4,1 Prozent waren Straßenhändler oder Kleinselbständige.  

Wie das BAMF bei seiner Befragung auch festgestellt hat, übten Flüchtlinge mit akademischem Abschluss am häufigsten Lehrberufe (18 Prozent), medizinische Tätigkeiten (11 Prozent) oder Ingenieurberufe (10 Prozent) aus. „Interessanterweise ist der Erwerbstätigenanteil bei den weiblichen und männlichen Akademikern etwa gleich hoch“, stellt das IW Köln dazu fest. Aufgabe sei es nun, die Erwerbsbeteiligung von asylsuchenden Frauen in Deutschland zu erhöhen.  Grundvoraussetzung dafür sei in erster Linie der Abbau von Sprachbarrieren, also der Erwerb der deutschen Sprache.

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