BDA: Vereinheitlichung von Löhnen geht zu Lasten der Beschäftigung

Auch 25 Jahre nach dem Fall der Mauer ist nach Ansicht der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) nicht die Zeit für eine vollständige Angleichung der Löhne in Ost und West gekommen. „Jede Vereinheitlichung von Löhnen würde zu Lasten der Beschäftigung gehen“, sagte BDA-Präsident Ingo Kramer der „Berliner Zeitung“. Er verwies darauf, dass dies nicht allein ein Ost-West-Thema sei. Es gebe viele regionale Unterschiede in den Tarifverträgen, sagte Kramer. Künftig werde es eher mehr als weniger Differenzierungen geben.

Der Vorsitzende der Gewerkschaft ver.di, Frank Bsirske, fordert dagegen eine Angleichung der tariflichen Löhne und Arbeitszeiten in Ost und West. Um das Lohngefälle zu verringern, müsse auch die Flucht aus den Tarifverträgen bekämpft werden. Der mittlere Stundenlohn in Ostdeutschland habe zuletzt bei 77 Prozent des Westniveaus gelegen, heißt es in dem Bericht der „Berliner Zeitung“ unter Berufung auf eine Studie des Instituts Arbeit und Qualifikation der Universität Duisburg.

Das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut (WSI) in der Hans-Böckler-Stiftung hat laut eines Berichts in der „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ) demgegenüber ermittelt, dass inzwischen viele Gehälter im Osten mittlerweile West-Niveau erreicht hätten. Allerdings könne in manchen Branchen von Lohngleichheit noch immer keine Rede sein. Dabei zeigten sich allerdings teilweise deutliche Unterschiede nach Branchen: Im öffentlichen Dienst, bei Banken und Versicherungen, in der Eisen- und Stahlindustrie, in der Druckindustrie sowie im Einzelhandel (Brandenburg) liege das Tarifniveau bereits bei 100 Prozent, im Bauhauptgewerbe erreiche es 92 Prozent, im Kfz-Gewerbe (Thüringen) betrage es knapp 88 Prozent, berichtet die „FAZ“. Im Hotel- und Gaststättengewerbe (Sachsen) liege das Tarifniveau erst bei rund 77 Prozent und in der Landwirtschaft (Mecklenburg-Vorpommern) bei 73 Prozent.

Weitaus größer ist laut WSI-Studie der Einkommensrückstand bei ostdeutschen Beschäftigten, die nicht nach Tarif bezahlt werden. Insgesamt fielen die effektiven Bruttoverdienste daher im Osten um 17 Prozent niedriger aus als im Westen.

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Doris Droste
Doris Droste
Leiterin Abteilung Presse, Marketing und Öffentlichkeitsarbeit

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