Arbeitsmarktintegration von Flüchtlingen wird nur langsam vorankommen

Arbeitsmarkt-Experten gehen davon aus, „dass es Jahre dauern wird, bis ein Großteil der Flüchtlinge im deutschen Arbeitsmarkt angekommen sein wird“, schreibt die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“(FAZ). Vor allem fehlende Sprachkenntnisse und nicht vorhandene Schul- oder Ausbildungs- bzw. Studienabschlüsse stehen der Vermittlung der Migranten im Weg.

Der BA zufolge lag die Arbeitslosenquote der Flüchtlinge im Juni in Deutschland bei 44 Prozent. Das waren 131.000 bei einer Arbeitsagentur oder einem Jobcenter erwerbslos gemeldete Flüchtlinge. Wie die „FAZ“ berichtet, gebe die Qualifikation von Flüchtlingen „wenig Anlass zur Euphorie“. So haben 26 Prozent der „arbeitsuchenden Flüchtlinge“ noch nicht einmal einen Hauptschulabschluss, während 74 Prozent keinen Berufsabschluss vorweisen können. Der BA-Experte Michael Hartmann rechnet daher damit, „dass Geflüchtete vorerst hauptsächlich Berufe mit geringen Qualifikationen ausüben können“ – sofern sie die deutsche Sprache beherrschten, zitiert die Zeitung. Ähnliches bestätigt auch Herbert Brücker, Forschungsbereichsleiter Internationale Vergleiche und Europäische Integration am Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der BA. Der Ökonom sagte der FAZ: „Wir erwarten, dass nach fünf Jahren etwa 50 Prozent von ihnen im Arbeitsmarkt angekommen sind. Nach zehn Jahren sind es 60 Prozent und nach 15 Jahren über 70 Prozent“.

Dass es dennoch positive Beispiele erfolgreicher Integration in ein Beschäftigungsverhältnis und bei den Qualifizierungsmaßnahmen gibt, zeigen die Handwerkskammern in Deutschland. Der FAZ zufolge wurden bislang „einige hundert Flüchtlinge“ durch die Handwerkskammern auf ihren Weg in ein Ausbildungsverhältnis und in Arbeit begleitet. Gleichzeitig bieten die Kammern „viele unterschiedliche Ausbildungs- und Qualifizierungsprogramme an“, heißt es weiter. So startete beispielsweise der Zentralverband des Deutschen Handwerks gemeinsam mit der BA und dem Bundesbildungsministerium im April ein „Flüchtlings-Qualifizierungs-Projekt“, in dem bislang „etwa 1.000 Jugendliche zur Berufsorientierung in einer handwerklichen Bildungsstätte zugewiesen“ wurden.

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