Arbeitsmarktexperten fordern für Zuwanderung Punktesystem

Im globalen Wettbewerb um qualifizierte Arbeitskräfte ist Deutschland nicht gut aufgestellt. Die schwarz-rote Koalition sollte deshalb ihre große parlamentarische Mehrheit nutzen, um rasch ein Punktesystem zur aktiven Steuerung der Zuwanderung einzuführen. Diese Empfehlung gibt eine Studie des Instituts zur Zukunft der Arbeit (IZA). Die Arbeitsmarktforscher widersprechen damit der Unionsfraktion, die keinen gesetzgeberischen Handlungsbedarf sieht, und geben der SPD, die auf ein Zuwanderungsgesetz drängt und in dieser Woche ein entsprechendes Eckpunktepapier vorgelegt hat, Schützenhilfe, heißt es in einem Beitrag in der Welt heute.

Derzeit komme das Gros der Zuwanderer aus anderen EU-Staaten über die Arbeitnehmerfreizügigkeit. Dieser Zuzug sei in den vergangenen Jahren stark angestiegen, da andere EU-Länder tief in der Krise stecken. Die meisten dieser Zuwanderer hätten aber keine dauerhaften Bleibeabsichten. Zur Bewältigung der demografisch bedingten Arbeitskraftengpässe müsse Deutschland deshalb verstärkt auf Fachkräfte aus anderen Regionen setzen, fordern die Experten des IZA.

Allein mit einem besseren Marketing der deutschen Zuwanderungsregeln, wie es Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) angemahnt hat, werde sich der Zuzug der weltweit begehrten Fachkräfte nicht steigern lassen, heißt es in der Studie. Mit einem Punktesystem würde Deutschland ein deutliches Signal von Offenheit und Transparenz an die Zielgruppe senden. Jeder Kandidat könnte sich dann auf einfache Weise ein Bild davon machen, auf welche Aspekte hierzulande besonderer Wert gelegt wird und welche Eigenleistungen, wie etwa frühzeitiger Spracherwerb, erbracht werden können, um die eigenen Chancen zu steigern. Konkret schlägt das IZA ein Drei-Säulen-Konzept vor, das die Kandidaten nach klaren Kriterien wie Bildungs- und Berufsabschluss, Sprachkenntnisse oder Alter mit Punkten bewertet.

Wichtiger Hinweis:
Die Weitergabe der persönlichen LogIn-Daten an Dritte ist untersagt. Bei Zuwiderhandlung behält sich der BAP entsprechende rechtliche Schritte vor.

Artikel teilen:

zurück