Arbeitsmarktentwicklung stabil – Zuwanderer und Frauen Gewinner

Trotz anhaltend schwächelnder Konjunktur schätzen die Arbeitsagenturen die Entwicklung der saisonbereinigten Arbeitslosigkeit für die nächsten drei Monate als stabil ein. Das erklärte Enzo Weber, Leiter des Forschungsbereichs „Prognosen und Strukturanalysen“ des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit (BA) am Dienstag aus Anlass der Veröffentlichung des IAB-Arbeitsmarktbarometers, das im Oktober gegenüber dem Vormonat leicht um 0,3 Punkte gestiegen ist. Der Frühindikator des IAB liegt nun bei 100,5 Punkten. Weber fügte hinzu, entscheidende Impulse für einen Abbau der Arbeitslosigkeit seien momentan zwar nicht absehbar, aber der deutsche Arbeitsmarkt bleibe robust. Das IAB-Arbeitsmarktbarometer beruht auf einer monatlichen Befragung aller Arbeitsagenturen zur erwarteten Arbeitsmarktentwicklung in den nächsten drei Monaten. Der Indikator bezieht sich auf die saisonbereinigte Entwicklung der Arbeitslosigkeit, also unter Herausrechnung der üblichen jahreszeitlichen Schwankungen. Die Skala des IAB-Arbeitsmarktbarometers reicht von 90 (stark steigende Arbeitslosigkeit) bis 110 (stark sinkende Arbeitslosigkeit).

Die Ergebnisse des IAB-Arbeitsmarktbarometers passen zu den Aussagen von BA-Vorstand Heinrich Alt gegenüber der „Welt am Sonntag" (WamS).  Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland stagniere schon länger bei ungefähr 2,8 Millionen. Fast zwei Millionen der Arbeitslosen seien im Hartz-IV-System und damit länger als ein Jahr arbeitslos, ihre Chancen auf einen regulären Job seien erfahrungsgemäß gering. Denn jeder zweite Langzeitarbeitslose habe keine Berufsausbildung. „Wer eine Ausbildung hat, ist drin, wer keine hat, ist draußen. Daher investieren wir viel in Ausbildung und Qualifizierung“, so Alts Fazit. Auch sprachliche Defizite, gesundheitliche Einschränkungen oder ein hohes Alter minderten die Chancen. Dem BA-Vorstand zufolge braucht die Wirtschaft Fachkräfte aus dem Ausland: „Zuwanderer füllen insbesondere die Lücken aus, in denen wir bereits erheblichen Fachkräftebedarf haben, den wir allein aus dem inländischen Potenzial nicht mehr decken können.“ Sie leisteten einen „wichtigen Beitrag zur Standort- und zur Beschäftigungssicherung“.

In der Tat gehören Zuwanderer zu den Gewinnern am deutschen Arbeitsmarkt, wie eine Hochrechnung der BA zeigt, über die die WamS berichtet. Die Arbeitsplätze, die in Deutschland im vergangenen Jahr entstanden, sind laut BA zu mehr als drei Vierteln an Ausländer und an deutsche Frauen gegangen, schreibt die Zeitung. Der BA-Hochrechnung zufolge stieg die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Jobs im Juli im Vergleich zum Vorjahr auf 30,12 Millionen, das ist ein Plus von 1,8 Prozent oder 528.000 neuen Stellen. Von diesen Jobs seien mit 234.000 rund 44 Prozent an Ausländer gegangen sowie 203.000 der Arbeitsplätze und damit 38 Prozent an Frauen in Deutschland. „Momentan sind also sowohl Zuwanderer als auch inländische Frauen die Gewinner des Beschäftigungsaufbaus auf dem Arbeitsmarkt“, sagte Alt der WamS. Damit verfestige sich ein sich seit längerem abzeichnender Trend: „Seit Ende 2008 bis März 2014 wuchs die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung deutscher Männer um 3,6 Prozent, die deutscher Frauen um 7,6 Prozent und die ausländischer Frauen und Männer um 34 Prozent. Das Beschäftigungswachstum ging in diesem Zeitraum zu 45 Prozent an deutsche Frauen und zu 30 Prozent auf das Konto von Ausländern“, so BA-Vorstandsmitglied Alt.

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Doris Droste
Doris Droste
Leiterin Abteilung Presse, Marketing und Öffentlichkeitsarbeit

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