Arbeitskosten im Ostdeutschland niedriger als im Westen

Arbeitskraft ist im Osten der Republik noch immer deutlich günstiger als im Westen. Wie das „Handelsblatt“ heute aktuell vermeldet, beträgt die Differenz 27 Prozent. Die Zeitung beruft sich dabei auf Daten des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden. Demnach lag die Arbeitsstunde eines Beschäftigten in Ostdeutschland 2012 bei 23,45 Euro, in Westdeutschland – einschließlich Berlin – bei 31,94 Euro. Lediglich im öffentlichen Dienst seien die Lohnkosten „inklusive Sozialabgaben, Betriebsrente und Lohnfortzahlung im Krankheitsfall“ im Osten nur fünf Prozent geringer als im Westen, so das „Handelsblatt“.

Im Artikel wird eines jedoch ganz deutlich: Die gar nicht mehr so „neuen“ Bundesländer profitieren nicht von den niedrigen Lohnkosten. Im Gegenteil: „Statt Unternehmen anzuziehen, verlassen immer mehr Arbeitskräfte ihre Heimat“, heißt es im Text. Laut einer Untersuchung des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW Köln) seien zwischen den Jahren 2008 und 2013 „ per saldo mehr als 130.000 Menschen im erwerbsfähigen Alter“ abgewandert, die meisten davon im Alter von 18 bis 30 Jahren. Der Text zitiert hierzu den IW-Forscher Michael Barke: Durch diese Abwanderungszahlen sinke natürlich auch die Arbeitslosenquote in Ostdeutschland, so Barke. Die Rede ist außerdem von einem „Teufelskreis“: Wenn junge Menschen die Region verließen, schwäche dies die Wettbewerbsfähigkeit. Und dies würde wiederum Arbeits- und Gehaltsaussichten verschlechtern, so dass Abwanderung immer häufiger vorkäme.

Das „Handelsblatt“ spricht im Artikel noch einen weiteren mit dieser Thematik gekoppelten Aspekt an: Lediglich sieben der 160 an der Börse notierten Unternehmen seien mit ihren Hauptsitzen im Osten der Republik vertreten. Die „großen Dax-30-Konzerne“ seien dagegen alle im Westen angesiedelt. „Nur einige haben Produktionsstätten im Osten wie BMW in Eisennach und BASF in Schwarzheide“, schreibt das Blatt noch. Dem Industrieatlas zufolge sei der Hauptsitz einer Firma aber ganz entscheidend dafür, wo Forschungsabteilungen zu finden seien – die dann wiederum auch Spezialisten in die Region locken könnten.





 

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