Arbeit verteuert sich, Löhne im Osten stärker gestiegen

Arbeit in Deutschland hat sich im zweiten Quartal so stark verteuert wie seit gut einem Jahr nicht mehr. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes stiegen die Arbeitskosten zwischen April und Juni um 1,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Sowohl die Bruttoverdienste legten zu als auch die Lohnnebenkosten: Die Kosten für Bruttoverdienste erhöhten sich um 1,6 Prozent, die Lohnnebenkosten stiegen um 2,3 Prozent, berichtet das Statistische Bundesamt in einer entsprechenden Pressemitteilung.

„Damit mussten die Arbeitgeber quasi zweimal Tribut zollen“, kommentiert „Die Welt“. „Denn neben den steigenden Kosten für das Personal, dürfte die Konjunkturflaute im zweiten Quartal belastet haben“, heißt es weiter in dem Blatt „Die steigenden Arbeitskosten schwächen die internationale Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Unternehmen“, warnt Mario Ohoven, Präsident des Bundesverbandes mittelständischer Wirtschaft (BVMW) auf der Website seines Verbandes. Die Bundesregierung fordert er auf, durch Strukturreformen bei den Sozialversicherungen Unternehmen und Arbeitnehmer zu entlasten. „Kaum ein Land in der Welt belastet Arbeit so stark mit Abgaben wie wir“, so Ohoven weiter.

Zeitgleich mit der Diskussion über gestiegene Arbeitskosten hat das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit heute in einer Pressemitteilung darauf hingewiesen, dass die Löhne in Deutschland im Osten in den letzten 20 Jahren stärker gewachsen sind als im Westen. Die Löhne in den sogenannten neuen Bundesländern sind nach der Studie um 43,9 Prozent und die in den alten Bundesländern um 36,4 Prozent gestiegen. Obwohl die Nominallöhne in Ostdeutschland seit 1993 stärker gewachsen sind als in Westdeutschland, gehe die Angleichung nur sehr langsam voran, schreiben die IAB-Arbeitsmarktforscher.

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