Arbeit in Deutschland – besser als ihr Ruf

Permanente Erreichbarkeit, Stress und Hetze im Berufsalltag, eine Zunahme flexibler Arbeitsverhältnisse – solche Bilder prägen zurzeit die Debatten in Deutschland über die Arbeitswelt von heute. Die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) hat vor diesem Hintergrund eine Analyse mit dem Titel „Arbeitsqualität in Deutschland – Fakten statt Zerrbilder“ vorgelegt, die sich mit der Arbeitsqualität in Deutschland auseinandersetzt, wie „Die Welt“ in ihrer heutigen Ausgabe berichtet. So verzeichne Deutschland im internationalen Vergleich Spitzenwerte beim Thema Arbeitszufriedenheit. Laut einer Untersuchung der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin bewerten neun von zehn Berufstätigen ihren Job insgesamt positiv.

Die Debatte über die sogenannten „atypischen Beschäftigungsformen“ wird auch in der BDA-Analyse beleuchtet. So werde immer wieder behauptet, dass es sich bei den neu entstandenen Arbeitsplätzen der vergangenen Jahre um prekäre, also unsichere und zum Leben nicht ausreichende Jobs handele. Doch die Zahlen sprechen eine andere Sprache: So seien zwischen 2006 und 2013 rund zwei Millionen neue Jobs entstanden, davon 1,9 Millionen Arbeitsplätze - unbefristet, voll sozialabgabepflichtig und mit einer wöchentlichen Arbeitszeit von mehr als 20 Stunden. Während der Anteil der flexiblen Beschäftigung in diesem Zeitraum stabil geblieben sei, stieg der Anteil der voll sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze von 41 auf 45 Prozent. Insgesamt hätten acht Prozent der Arbeitnehmer einen befristeten Vertrag, Zeitarbeit liege nur bei ca. zwei Prozent. Zugenommen hat laut der BDA-Analyse die Teilzeitarbeit, diese sei laut Arbeitgebern aber in 80 Prozent der Fälle von den Betroffenen gewünscht. Der 2001 eingeführte Rechtsanspruch auf Teilzeit habe zu einer Ausweitung dieser Arbeitsverhältnisse geführt.

Zum Thema der permanenten Erreichbarkeit der Mitarbeiter im Alltag weist die BDA-Analyse daraufhin, dass gerade jüngere Berufstätige sich bewusst gegen eine strikte Trennung von Beruf und Privatleben aussprechen. Jeder zweite Arbeitnehmer habe außerdem die Möglichkeit während der Arbeitszeit private Angelegenheiten zu erledigen – gerade die Arbeit mit mobilen Endgeräten trüge zu einer besseren Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben bei. Dass die Arbeitswelt stressiger geworden ist, sei ein Fakt, doch „selbst von denen, die oft Stress haben und häufig in hohem Tempo arbeiten müssen, sind 85 Prozent mit ihrem Job zufrieden“, zitiert "Die Welt" aus der BDA-Analyse.

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