30.000 unbesetzte Lehrstellen / Streit um Ausbildungsquote der deutschen Wirtschaft

Rund 30.000 Auszubildende werden von den Industrie- und Handelskammern in Deutschland für das bevorstehende Ausbildungsjahr noch gesucht – so viele freie Stellen gibt es dementsprechend auch noch in der gemeinsamen Lehrstellenbörse der Kammern. Dies berichten heute mehrere Medien aktuell, darunter das „Handelsblatt“ sowie die Online-Ausgabe der Tageszeitung „DIE WELT“. „Die Chancen auf einen Ausbildungsplatz sind in diesem Jahr hervorragend“, sagte Eric Schweitzer, Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) der „WELT“. Gute Chancen hätten vor allem junge Leute, die sich unter anderem für die Bereiche Einzelhandel, Restaurant- und Hotelfachkraft, Fachinformatik sowie Industrie- und Bürokaufmann interessieren. Gerade im Osten Deutschlands seien die „Chancen auf den Traumberuf“ überaus groß, wird Schweitzer in der Zeitung zitiert. Denn dort hätten sich „die Schulabgängerzahlen in den vergangenen zehn Jahren halbiert“.

Wie die „WELT“ berichtet, sucht die deutsche Wirtschaft händeringend neue Auszubildende. Denn immer weniger Schulabgänger würden sich für einen Ausbildungsberuf interessieren – mehr und mehr Lehrstellen blieben daher unbesetzt. Auch um junge Menschen aus dem EU-Ausland werde derzeit verstärkt geworben. 2013 habe die Bundesregierung daher ein spezielles Förderprogramm installiert, das durch Maßnahmen wie beispielsweise kostenlose Anreise und Sprachkurse junge Ausländer gezielt anlocken soll.

Das „Handelsblatt“ konzentriert sich in seiner Berichterstattung noch auf einen anderen Aspekt: So wehrt sich die deutsche Wirtschaft aktuell offenbar auch vehement gegen Vorwürfe, sie würde zu wenig ausbilden und so den Fachkräftemangel zum Teil selbst mit verschulden. „Ein Blick in die gemeinsame Lehrstellenbörse der Industrie- und Handelskammern zeigt, dass es nicht an Angeboten in technischen Berufen mangelt“, betonte der stellvertretende DIHK-Hauptgeschäftsführer Achim Dercks im „Handelsblatt“ und verwies noch auf gut 3.300 unbesetzte Stellen allein im Metall- und Elektrobereich. Weiter heißt es im Artikel, die Äußerung Dercks sei eine Reaktion auf den aktuellen Nationalen Bildungsbericht vom Bundesbildungsministerium sowie von der Kultusministerkonferenz, der am morgigen Freitag herausgegeben werden soll. Die Verfasser dieses Berichtes sollen Firmen darin eine „wenig zukunftsorientierte AusbildungspolitiK“ vorwerfen. Trotz des Fachkräftemangels, so zitiert das „Handelsblatt“ den Bericht, „bestehe in den industriellen Kernberufen Metall, Technik und Elektro wie auch in der Gesundheits- und Pflegebranche seit Jahren eine 'beträchtliche Unterdeckungʹ beim Lehrstellenangebot. Im Schnitt gebe es hier zwischen zehn und 14 Prozent mehr Bewerber als Plätze."

Auch der Arbeitgeberverband Gesamtmetall weist im „Handelsblatt“ den Vorwurf, Arbeitgeber würden sich zu wenig engagieren, zurück. Laut Verband sei die Tatsache, dass 2013 weniger Ausbildungsverträge als im Jahr davor geschlossen wurden, hauptsächlich darauf zurückzuführen, dass die Schulabgängerzahl rückläufig sei – bei gleichzeitig nach oben gehender Studienanfängerquote.



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Doris Droste
Doris Droste
Leiterin Abteilung Presse, Marketing und Öffentlichkeitsarbeit

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