11.02.2020 | Negativer Zusammenhang zwischen Beschäftigungswachstum und Automatisierungswahrscheinlichkeit

Arbeitsroboter in einem Betrieb
© Pixabay/Jarmoluk

Trotz anhaltender Konjunkturschwäche kommen vom Arbeitsmarkt Monat zu Monat neue Rekordmeldungen. Alleine seit 2014 ist die Anzahl der Erwerbstätigen von 42,2 Millionen auf 45,5 Millionen Personen gestiegen, ein Zuwachs von 7,7 Prozent. Eine neue Studie der Bank ING zeichnet ein durchaus differenzierteres Bild, denn der Job-Boom erreicht nicht alle gleichmäßig. Während der Dienstleistungssektor 2019 einen Beschäftigungszuwachs von 8,8 Prozent gegenüber dem Jahr 2014 verzeichnet, ging die Beschäftigung bei Fertigungsberufen beispielsweise um 0,6 Prozent zurück.

Die Studie zeigt dabei auf, dass Verschiebungen am Arbeitsmarkt nicht nur die Folge des allgemeinen wirtschaftlichen Strukturwandels sind, sondern dass die Digitalisierung und Automatisierung ebenfalls eine signifikante Rolle spielen und Einfluss auf unterschiedliches Beschäftigungswachstum haben. Denn je höher die Automatisierungsmöglichkeit eines Arbeitsplatzes ausfällt, desto schwächer hat sich das Beschäftigungswachstum innerhalb der letzten fünf Jahre entwickelt. So sind Berufe, die in die Kategorie "Bürokräfte und verwandte Berufe" fallen und einer 86%igen Automatisierungsmöglichkeit unterliegen, zwischen 2014 und 2019 um lediglich 4 Prozent gestiegen. Stellen für Führungskräfte und Akademiker bei einer Automatisierungswahrscheinlichkeit von lediglich 11 Prozent haben dagegen um 17 Prozent zugenommen.

Hinter dem Jobboom, so macht die Studie deutlich, versteckt sich also ein starker Wandel des Arbeitsmarktes, der in rasantem Tempo fortschreitet. Zugleich scheinen Automatisierung und Digitalisierung auch die Schere auf dem Arbeitsmarkt weiter zu öffnen. Auch wenn das deutsche Jobwunder die tieferliegenden Verschiebungen maskiert, so gilt doch, dass die Roboter durchaus schon ihre Spuren hinterlassen haben.

Welche Folgen die Digitalisierung speziell für die Personaldienstleistungsbranche hat, ist ein Kernthema unserer vier Regionalkonferenzen "ARBEIT & PERSONAL" in diesem Jahr. Die Regionalkonferenz NORD findet am 19. März 2020 in Hannover statt. Weitere Informationen zur Veranstaltung und die Anmeldung finden Sie hier.

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