23.01.2017 | IW Köln: Nur wenige Unternehmen rechnen mit negativen Auswirkungen des Brexits

BAP Nachricht des Tages

Ein Großteil der deutschen Firmen rechnet nicht mit negativen Folgen im Zuge des Austritts des Vereinigten Königreichs aus der Europäischen Union (EU). "Erstaunlich viele Firmen" gehen dagegen davon aus, dass es infolge des Brexits zu einer Belebung der eigenen Geschäfte kommen könnte. Zu diesen Ergebnissen kommt das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW Köln) nach Auswertung einer Befragung unter 2.900 deutschen Unternehmen.

"Über 90 Prozent der 2.900 deutschen Unternehmen […] gaben bei allen angesprochenen Aspekten an, nicht oder nur wenig betroffen zu sein", heißt es beim IW Köln. Die geringsten Folgen werden demnach bei der Geschäftstätigkeit und bei der Personalplanung erwartet. Dagegen rechnen nur zwei bis drei Prozent der befragten Unternehmen damit, dass der Brexit "starke Auswirkungen" auf Investitionen dieser Firmen sowie bei den Beschäftigtenzahlen hervorbringen wird. Die größten Befürchtungen bestehen jedoch beim Außenhandel mit dem Vereinigten Königreich, allerdings "stellt sich nur jedes zehnte Unternehmen auf erheblich härtere Zeiten wegen geringerer Nachfrage und schlechterer Wechselkurse ein", teilt das Institut dazu mit. Weiterhin geht rund ein Viertel der befragten Unternehmen davon aus, dass der Brexit zu besseren Geschäften für diese führen werde. Allerdings erwarten dem IW Köln zufolge hierbei  lediglich zwei Prozent einem "starken Schub".

Vor allem Firmen, die mehr als 500 Mitarbeiter haben, sehen die Auswirkungen des Brexits mit Skepsis. Das IW Köln gibt hierfür als Gründe an, dass diese Unternehmen "über Ländergrenzen hinweg mit Waren und Dienstleistungen handeln". Trotzdem die Unternehmen jedoch vornehmlich von rückläufigen Exportzahlen ausgehen, rechnen sie laut dem Institut "kaum damit, deshalb Beschäftigung abbauen und Investitionen kürzen zu müssen".

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