Ergebnisse der Mitgliederumfrage: Auswirkungen der Corona-Krise

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Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Mitglieder,

die Corona-Krise wirkt sich essentiell auf die Wirtschaft in Deutschland aus. In Anbetracht der Veränderungen und Einschränkungen war es uns wichtig, die ersten daraus entstandenen Folgen auf Ihr Unternehmen in Erfahrung zu bringen. Daher haben wir Sie dazu zwischen dem 31. März und 30. April 2020 befragt. Für die rege Teilnahme möchten wir uns herzlich bei Ihnen bedanken.

Um auch ein Bild über die längerfristigen Auswirkungen der Krise auf die Branche zu erhalten und damit weiterhin aktuelle Zahlen als Basis für politische Gespräche zu haben, werden wir die Umfrage – voraussichtlich im Juli und Oktober 2020 – wiederholen. Bitte nehmen Sie auch wieder zahlreich an unseren Folgebefragungen teil, damit wir möglichst aussagekräftige Daten in die Politik tragen können.

Im Folgenden möchten wir Ihnen die Ergebnisse der ersten Befragungsrunde vorstellen, an der sich 257 Mitglieder beteiligt haben.

Hoher Bedarf an Kurzarbeit

73,5 Prozent von Ihnen gaben zum Zeitpunkt der Befragung an, bereits Kurzarbeit eingeführt zu haben. In diesen Unternehmen befanden sich im Durchschnitt 43,2 Prozent der Mitarbeiter in Kurzarbeit. Um die Auswirkungen der andauernden Krise bewältigen zu können und der damit einhergehenden Verringerung des Arbeitsvolumens zu begegnen, planten zum Zeitpunkt der Umfrage weitere 14,0 Prozent von Ihnen die Einführung von Kurzarbeit. Damit greifen also insgesamt 87,5 Prozent auf die Kurzarbeit und auf das damit verbundene Kurzarbeitergeld zurück. 65,4 Prozent von Ihnen haben uns mitgeteilt, Kurzarbeit für Zeitarbeitnehmer einzusetzen, wohingegen dies für interne Mitarbeiter zu 58,0 Prozent der Fall war.

Substantielle Umsatzrückgänge

Die hohe Relevanz von Kurzarbeit überträgt sich dementsprechend auch auf die Umsätze. Gemäß der Umfrage wurde von Ihnen im Durchschnitt ein Umsatzrückgang von 49,5 Prozent als Folge der Corona-Pandemie geschätzt. Eine vergleichsweise „glimpfliche“ Verringerung des Umsatzes von weniger als 20 Prozent gaben nur etwa 6 Prozent an. Dahingegen gehen am anderen Ende fast ein Fünftel von einer Umsatzeinbuße von 80 Prozent bis 99 Prozent aus, manche (1,2 Prozent) sogar von einem kompletten Umsatzeinbruch von 100 Prozent. Viele von Ihnen (71,9 Prozent) überlassen Zeitarbeitnehmer in die von der Krise stark betroffene Metall- und Elektroindustrie, weswegen etwa ein Drittel des durchschnittlichen Umsatzrückgangs auf diesen Einsatzbereich zurückzuführen ist.

Finanzielle Hilfen – Kurzarbeitergeld und Soforthilfen am meisten gefragt

Neben dem hohen Bedarf an Kurzarbeitergeld (73,5 Prozent) wurden von Ihnen darüber hinaus Corona-Soforthilfen (23,7 Prozent), KfW-Kredite (8,9 Prozent), Steuerstundungen (7,4 Prozent), Stundungen der Sozialversicherungsbeiträge (5,8 Prozent), Stundungen der VBG-Beiträge (4,3 Prozent), Stundungen der Schwerbehindertenabgabe (3,1 Prozent) und sonstige Kredite (1,9 Prozent) nachgefragt.

Mit freundlichen Grüßen
Ihre BAP-Geschäftsstelle