28.06.2017 | IAB-Arbeitsmarktbarometer: leichter Rückgang auf hohem Niveau

BAP Nachricht des Tages

Nach über einem Jahr kontinuierlichen Anstiegs ist das IAB-Arbeitsmarktbarometer zum erst Mal gesunken. Um 0.3 auf 104,2 Punkte ging der Frühindikator des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) zurück.

Leichter Rückgang als Normalisierung

Der leichte Rückgang sei laut IAB auf die Arbeitslosigkeitskomponente des Barometers zurückzuführen: Sie sank im Juli um 0,6 auf 101,4 Punkte. „Die Arbeitsagenturen gehen von einer leicht sinkenden Arbeitslosigkeit aus, trotz der Herausforderung, die Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt zu integrieren“, sagt Enzo Weber, Leiter des IAB-Forschungsbereichs „Prognosen und Strukturanalysen“. „Die abgeschwächten Erwartungen seien als Normalisierung einer sehr positiven Entwicklung zu sehen“, heißt es auf der Webseite des IAB.

Begehrte Fachkräfte

Die Beschäftigungskomponente des IAB-Arbeitsmarktbarometers hielt sich im Juni auf dem „sehr hohen“ Stand von 106,9 Punkten. „Die Konjunktur läuft rund, die Betriebe stellen ein und halten zugleich ihre Fachkräfte, die auf dem Arbeitsmarkt immer knapper werden“, erklärt Weber.

Das IAB-Arbeitsmarktbarometer basiert auf einer monatlichen Umfrage der Bundesagentur für Arbeit unter allen lokalen Arbeitsagenturen. Es besteht aus zwei Komponenten: „Entwicklung der saisonbereinigten Arbeitslosenzahlen für die nächsten drei Monate“ und „Vorhersage der Beschäftigungsentwicklung“. Der Mittelwert aus den beiden Komponenten bildet den Gesamtwert. Das als Frühindikator geltende IAB-Arbeitsmarktbarometer bietet einen Ausblick auf die Gesamtentwicklung des Arbeitsmarkts. Seine Skala reicht von 90 (sehr schlechte Entwicklung) bis 110 (sehr gute Entwicklung).

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