Hat der Zeitarbeitnehmer Anspruch auf Entgeltfortzahlung, wenn er sich mit dem Coronavirus infiziert hat?

Sofern der Zeitarbeitnehmer aufgrund des SARS-CoV-2-Virus arbeitsunfähig erkrankt ist, hat er gegen den Arbeitgeber einen Anspruch auf Entgeltfortzahlung nach § 3 Entgeltfortzahlungsgesetz (EFZG). Dieser Anspruch besteht für max. 6 Wochen und bemisst sich für den Zeitarbeitnehmer nach § 13.3 MTV BAP. Ab der 7. Woche der Arbeitsunfähigkeit kommt der Bezug von Krankengeld in Betracht. Soweit der Arbeitnehmer infolge der Erkrankung zugleich von behördlichen Maßnahmen (behördliches Tätigkeitsverbot oder behördliche Quarantäne) nach dem Infektionsschutzgesetz (IfSG) betroffen ist, was zumeist der Fall sein wird, entsteht nach wohl herrschender Meinung in der arbeitsrechtlichen Literatur ein Erstattungsanspruch des Arbeitgebers für die Entgeltfortzahlungen nach § 56 Absatz 5 Satz 1 IfSG gegen den Staat. Es empfiehlt sich daher in solchen Fällen einen Erstattungsantrag bei der nach dem Landesrecht zuständigen Behörde (in der Regel sind das die Gesundheitsämter) zu stellen.