12.06.2020 | Dienstleistungssektor: Personaldienstleister mit größtem Jobabbau

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++ Ifo: 61 Prozent der Zeitarbeitsfirmen melden Jobabbau – BAP-Präsident fordert schnelle, unbürokratische Hilfen ++

Eine aktuelle Konjunkturumfrage des ifo Instituts hat den aktuellen Jobabbau während der Coronakrise  in verschiedenen Branchen ermittelt. Die Ergebnisse ähneln den ifo-Erkenntnissen zur Kurzarbeit. Demnach sind Unternehmen, die andere Arbeitskräfte vermitteln und überlassen, überdurchschnittlich betroffen. 61 Prozent dieser Personaldienstleister haben bereits krisenbedingte Kündigungen ausgesprochen (siehe Grafik). Damit rangieren die Personalunternehmen noch vor Reisedienstleistern, bei denen 44 Prozent einen Jobabbau gemeldet haben.

Lazay: Schnelle unbürokratische Hilfen nötig

Die aktuellen ifo-Daten sind ein weiterer Beleg dafür, dass den Unternehmen jetzt schnell und unbürokratisch seitens des Gesetzgebers geholfen werden muss. Personaldienstleister sehen sich in Zeiten der Coronakrise immer noch mit Hindernissen aus der AÜG-Reform aus dem Jahr 2017 wie Höchstüberlassungsdauer oder Schriftformerfordernis konfrontiert. Daher fordert BAP-Präsident Sebastian Lazay die Politik auf, jetzt die starren Fesseln zu lockern, etwa die geltende Höchstüberlassungsdauer von 18 Monaten. Das biete Planungssicherheit für den Einsatzbetrieb und Personaldienstleister. "Aktuell führt die Höchstüberlassungsdauer dazu, dass Zeitarbeiter nach dieser Frist aus eingespielten Teams in den Entleihbetrieben abgezogen werden müssen", so Lazay. Findet der Personaldienstleister in der aktuell wirtschaftlich schwierigen Lage keinen neuen Einsatzbetrieb, ist die Kündigung leider unausweichlich.

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