22.07.2021 | BAP Job-Navigator 07/2021: Halbjahresvergleich

Positive Nachrichten vom Stellenmarkt: Obwohl auch im ersten Halbjahr 2021 die Corona-Pandemie das beherrschende Thema war, suchen die Unternehmen wieder verstärkt neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Der Stellenmarkt hat sich somit weitgehend erholt und verzeichnet einen Anstieg der Stellenangebote von über 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Der BAP Job-Navigator hat für den großen Halbjahresvergleich einen Blick auf die rund 4,7 Millionen ausgeschriebenen Stellen der letzten sechs Monate geworfen und dafür Branchen, Berufsgruppen und Bundesländer im Detail analysiert.

Branchen: Information und Kommunikation mit stärkstem Nachfrageanstieg

Im ersten Halbjahr 2020 sorgten die großen Unsicherheiten und die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie für einen Einbruch auf dem Stellenmarkt. Umso erfreulicher ist es, dass in allen Branchen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mehr Jobangebote inseriert wurden. Den stärksten Nachfrageanstieg verzeichnet dabei die Branche Information und Kommunikation (+40,1 Prozent), Es folgt die Industrie (+38,3 Prozent), die Anfang 2020 die Auswirkungen der Pandemie besonders deutlich zu spüren bekam: Vorübergehende Schließungen, geringere Produktion und ein Nachfrageeinbruch führten zu einem starken Rückgang auf dem Stellenmarkt. Einen Anstieg um immerhin 26,8 Prozent verzeichnet die Handelsbranche, obwohl der Großteil des Einzelhandels deutlich länger geschlossen war als im ersten Halbjahr 2020. 

Personaldienstleistungsunternehmen erholen sich

Die Personaldienstleistungsbranche verzeichnet bei den Stellenangeboten einen Anstieg von 39,7 Prozent im Vergleich zum ersten Halbjahr 2020. "Die Unternehmen setzen wieder verstärkt auf die Erfahrungen der Recruiting-Profis und nehmen Geld in die Hand, um gerade für besonders schwer zu besetzende Positionen die geeigneten Kandidatinnen und Kandidaten zu finden", erläutert Florian Swyter, Hauptgeschäftsführer des Bundesarbeitgeberverbandes der Personaldienstleister e.V. (BAP).  Insgesamt wurden fast 1,6 Millionen Stellenangebote von Personalvermittlungs- und Zeitarbeitsunternehmen ausgeschrieben. Das entspricht mehr als jeder dritten Stelle am Gesamtmarkt. 

Die Top 5 Berufsgruppen: Bauwesen und Handwerk auf Platz 1 

Die Reihenfolge der Top 5 Berufsgruppen hat sich im Vergleich zu den letzten Jahren nur leicht verändert. Die größte Nachfrage nach Fachkräften verzeichnen die Berufsgruppen Bauwesen und Handwerk (940.200 Jobs) sowie die technischen Berufe (764.600 Jobs). Der Bereich Gesundheit, Medizin und Soziales (622.800 Jobs) belegt den dritten Platz, gefolgt vom Vertrieb und Verkauf (617.500 Jobs). Den fünften Platz belegt erstmals die Berufsgruppe Sekretariat, Office Management und Verwaltung mit 433.136 inserierten Stellen.

Fachkräfte im Bereich Gesundheit, Medizin und Soziales gefragter denn je

Die Berufsgruppe Gesundheit, Medizin und Soziales setzt ihren Anstieg des letzten Jahres fort. Während sie bereits dort im Vergleich zu 2019 stark wuchs, wurden 2021 nochmals spürbar mehr Jobs (+24 Prozent) ausgeschrieben. "Die Pandemie hat den Fachkräftemangel im Gesundheits- und Sozialbereich noch einmal deutlich verschärft", betont Florian Swyter. "Selbst bei Infektionszahlen auf niedrigem Niveau zeigt sich der deutliche Personalmangel und die Überlastung des Gesundheitssystems."

Den größten Anstieg an Jobangeboten verzeichnet indes die Berufsgruppe Marketing, PR und Werbung mit 53,2 Prozent mehr Stellenangeboten. Ebenfalls deutlich stärker als vor einem Jahr wurden Fachkräfte aus den Bereichen Sekretariat, Office Management und Verwaltung (+48,9 Prozent), IT und Telekommunikation (+47,6 Prozent) und Personalwesen (+47,3 Prozent) nachgefragt.

Angespannte Situation im Hotel- und Gastgewerbe 

Nur das Hotel- und Gastgewerbe als der Berufsgruppe, die am stärksten von den Einschränkungen betroffen war, schrieb im Vergleich zum ersten Halbjahr 2020 insgesamt 2,4 Prozent weniger Stellen aus. Seit jedoch die Hotels und Restaurants wieder geöffnet sind, ist auch in diesem Bereich die Nachfrage seit Ende Mai deutlich gestiegen.

Kleinste Bundesländer mit bester Entwicklung 

esonders die Stadtstaaten Bremen und Hamburg verzeichneten im vergangenen Jahr den größten Stellenrückgang durch den Wirtschaftseinbruch. 2021 erfolgte jedoch die Erholung, denn in Hamburg wurden 25,4 Prozent mehr Stellen inseriert und in Bremen sogar 45,7 Prozent. Die meisten Jobs gab es dabei naturgemäß in den einwohnerstärksten Bundesländern Nordrhein-Westfalen (884.000 Jobs), Bayern (846.400 Jobs) und Baden-Württemberg (693.400 Jobs).

Über den BAP Job-Navigator

Der BAP Job-Navigator wertet monatlich die Stellenangebote aus 196 Printmedien, 189 Online-Jobbörsen, mehr als 30.000 Firmenwebsites und der Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit aus. Von Januar bis Juni 2021 wurden insgesamt 4.700.824 Stellenanzeigen von 423.506 Unternehmen analysiert. Wenn mehrere Anzeigen für eine Stelle geschaltet wurden, wurden diese zusammengefasst und nicht mehrfach gezählt. 
 

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