28.04.2022 | Aktuelle Studien zum Thema KI im Recruiting: Was wünschen sich die Jobsuchenden?

Unternehmen gestalten mit Hilfe von Chatbots den Bewerbungsprozess effektiver. Bildnachweis: panuwat - stock.adobe.com

Immer häufiger setzen Unternehmen Künstliche Intelligenz (KI) ein, um im Bereich Human Resources (HR) effizienter zu arbeiten. Z. B. können sogenannte Chatbots hilfreich sein, indem sie ein Bild des Tätigkeitsprofils geben und die Jobsuchenden dabei unterstützen herauszufinden, ob die Stelle wirklich gut passt.

Wie sehen jedoch Bewerberinnen und Bewerber den zunehmenden Einsatz von KI im Personalwesen? Laut einer aktuellen Studie der Internationalen Hochschule (IU) unter Jobsuchenden lehnt die Mehrheit der Befragten (64,7 Prozent) den Einsatz von KI ab und bewertet die technologische Entwicklung als negativ. Zwei Drittel der Befragten (65,2 Prozent) vertrauen den Entscheidungen, die durch Algorithmen getroffen werden, nicht. Und vier von fünf Befragten (80,5 Prozent) fühlen sich weniger wertgeschätzt, wenn KI anstelle eines Menschen im Bewerbungsprozess eingesetzt wird. Knapp die Hälfte befürchtet sogar, dass sich die eigenen Bewerbungschancen dadurch verschlechtern. Zwei Drittel wünschen sich, dass auch künftig jeder Schritt im Bewerbungsprozess und die getroffenen Entscheidungen von natürlichen Personen getroffen werden.

Modernes Image durch Einsatz von KI gewinnen

Zum Thema „Künstliche Intelligenz, Chatbots und Rekrutierung: Die Sicht der Kandidat:innen“ hat kürzlich die Friedrich-Alexander Universität (FAU) Erlangen-Nürnberg mit Unterstützung der Adecco Stiftung geforscht. Im Mittelpunkt dieses Forschungsprojekts standen zahlreiche Interviews mit potenziellen Nutzerinnen und Nutzern im Personalbereich, aber auch mit KI-Expertinnen und -Experten, um das Verhältnis von Mensch und Maschine im Personalwesen zu untersuchen. Laut der Untersuchung setzen Unternehmen zunehmend auf Automatisierung im Personalmanagement. Vor dem Hintergrund des Fachkräfteengpasses ist es jedoch auch zwingend notwendig, sich auf die Erwartungen der Kandidaten und Kandidatinnen einzustellen. Diese wurden im Rahmen der Untersuchung befragt. Ein Ergebnis ist, dass die Befragten großen Wert auf den Schutz ihrer persönlichen Daten legen. Ist der Datenschutz gewährleistet, kann der Einsatz von neuen Rekrutierungsinstrumenten aus dem Bereich KI sich sogar positiv auf das Image des Unternehmens auswirken. Denn die befragten Kandidaten und Kandidatinnen empfinden den Einsatz von KI in der Rekrutierung als besonders innovativ und bewerten damit das Image der ausschreibenden Firmen als sehr modern.

Um die Forschung zur Digitalisierung am Schöller-Stiftungslehrstuhl für Wirtschaftsinformatik der FAU weiterzuführen und an das Adecco-geförderte Projekt anzuknüpfen, fördert die Dr. Theo und Friedl Schöller-Stiftung ab Februar 2022 unter anderem den Aufbau eines Forschungslabors zur Zukunft der Arbeit.

Bild: panuwat - stock.adobe.com

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