Branche mit der höchsten Tarifbindung

Seit 2004 gilt für alle Zeitarbeitnehmer der Gleichstellungsgrundsatz (Equal Treatment): Zeitarbeitnehmer haben demnach Anspruch auf dieselben Arbeitsbedingungen wie vergleichbare Kollegen im Einsatzbetrieb – es sei denn, ein Tarifvertrag regelt Abweichendes. Das wurde so von der damaligen rot-grünen Bundesregierung im Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (AÜG), der rechtlichen Grundlage für Zeitarbeit in Deutschland, festgeschrieben. Von dieser so genannten Tariföffnungsklausel haben alle Verbände der Zeitarbeit Gebrauch gemacht. Bereits im Jahr 2003 wurden Flächentarifverträge sowohl mit der Tarifgemeinschaft Zeitarbeit des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) als auch mit den Gewerkschaften des Christlichen Gewerkschaftsbundes Deutschland (CGB) abgeschlossen. Diese CGB-Tarifverträge sind zum 31.03.2013 ohne Nachwirkung ersatzlos entfallen. Trotzdem wird nahezu jedes Arbeitsverhältnis in der Zeitarbeit durch DGB-Tarifverträge arbeitsvertraglich abgesichert. Damit hat die Branche eine der höchsten Tarifbindungen aller Wirtschaftszweige in Deutschland.

Tarifverträge setzen Mindeststandards

Für Zeitarbeitskräfte bedeutet diese hohe Tarifbindung, dass sie fast ausschließlich Arbeitsbedingungen unterliegen, die von den Sozialpartnern, also den Gewerkschaften und den Arbeitgeberverbänden, vereinbart wurden. Zusammen mit den gesetzlichen Regelungen des Arbeitsrechtes, das in der Zeitarbeit genauso gilt wie für alle Arbeitnehmer, bieten die Tarifverträge den Zeitarbeitskräften ein hohes Maß an Absicherung, indem sie Mindeststandards setzen, die nicht unterschritten werden dürfen. Eine Abweichung nach oben, sprich: bessere Arbeitsbedingungen als von den Sozialpartnern festgelegt, ist dagegen jederzeit möglich. Viele Personaldienstleister machen inzwischen von dieser Möglichkeit Gebrauch.