Das 3-Stufen-Qualifizierungsmodell des BAP

Exklusive Weiterbildungsmöglichkeit für ungelernte Zeitarbeitskräfte der Verbandsmitglieder

Seit Mai 2016 können Mitglieder des BAP kostenlos und exklusiv auf die eLearning-Plattform „ZetQ“ (www.ZetQ.de) zugreifen. Diese Plattform ist das Herzstück des 3-Stufen-Qualifizierungsmodells, mit dem ungelernte Zeitarbeitskräfte berufsbegleitend und aufbauend auf ihren in Einsätzen erworbenen Kenntnissen in Etappen an einen anerkannten Berufsabschluss herangeführt werden.

Derzeit können Zeitarbeitskräfte in der ersten Stufe die drei Kurse „Fachhelfer/in Lager & Logistik“, „Montagefachhelfer/in“ und „Fachhelfer/in Dialogmarketing“ absolvieren. Damit werden im gewerblichen Bereich zwei der wichtigsten Einsatzgebiete für Zeitarbeitskräfte und im kaufmännischen Sektor einer der gesuchtesten Berufe abgedeckt.

Aktuell entwickelt der BAP zusammen mit der Deutschen Angestellten-Akademie (DAA) die Inhalte für die zweite Stufe, den „Fachassistenten“. Beide Stufen werden mit einer Personenzertifizierung durch den TÜV Rheinland abgeschlossen, sodass Personaldienstleister und ihre Mitarbeiter den Kompetenzzuwachs auch offiziell dokumentieren können.

Dafür, dass der Arbeitskreis Bildung des BAP mit der Entwicklung des 3-Stufen-Qualifizierungsmodells „einen Nerv getroffen“ hat, gibt es einen prominenten Kronzeugen: Thomas Sattelberger, einer der führenden Vordenker der HR-Szene und früherer Personalvorstand bei Continental sowie der Deutschen Telekom, gab gegenüber dem „Handelsblatt“ am 27. April 2016 zu Protokoll: „Das ist ein Paradebeispiel, wie man qualifizieren kann“.

Warum bietet der BAP die Qualifizierung über drei Stufen an?

Die durch Learning by Doing erworbenen Kompetenzen der Zeitarbeitskräfte sind in den meisten Fällen nur schwer nachweisbar. Das Qualifizierungsmodell des BAP setzt an dieser Stelle an. Es ermöglicht die Zertifizierung von persönlichen Kompetenzen, die während der Einsätze und im Rahmen eines berufsbegleitenden eLearning-Kurses erworben wurden.

Mittels der berufsbegleitenden Qualifizierung können Zeitarbeitnehmerinnen und Zeitarbeitnehmer über drei Stufen – 1. Stufe Fachhelfer/in, 2. Stufe Fachassistent/in, 3. Stufe Fachkraft – einen Berufsabschluss erlangen. Der Aufbau in Stufen kommt den vielfältigen Erfahrungshorizonten der Zeitarbeitskräfte entgegen, und sie erhalten nach jeder bestandenen Stufe einen Nachweis (Personenzertifizierung) einer anerkannten Prüforganisation über ihre erworbenen Fertigkeiten. Somit wird bereits ab der ersten Stufe der Kompetenz- und Wissenszuwachs dokumentiert. Teilnehmerinnen und Teilnehmer bekommen ein Zertifikat, auch wenn sie – aus welchen Gründen auch immer – die nächsthöhere Stufe nicht abschließen.

Durch den mehrstufigen Aufbau erfolgt ein niedrigschwelliger Lerneinstieg, und ein behutsames Heranführen von Personen mit negativen Lernerfahrungen an einen Berufsabschluss ist möglich. Das 3-Stufen-Modell des BAP ermöglicht so ebenfalls eine Qualifizierung auch unterhalb der Berufsausbildung.

Warum gibt es die eLearning-Plattform „ZetQ“?

Herzstück des 3-Stufen-Qualifizierungsmodells ist die von den Mitglieder des BAP-Arbeitskreises Bildung initiierte eLearning-Plattform „ZetQ“. „ZetQ“ steht für zertifizierte Qualifizierung, denn mit Hilfe dieser eLearning-Plattform können ungelernte Zeitarbeitskräfte ihr Wissen erweitern und sich durch eine anerkannte Prüforganisation – dem TÜV Rheinland – ihre Kenntnisse und Fertigkeiten zertifizieren lassen.

Bei der Programmierung der eLearning-Plattform „ZetQ“ wurde auf bedienungsfreundliche und einfache Nutzbarkeit geachtet. So können Zeitarbeitskräfte orts- und zeitunabhängig auf Lerninhalte einfach zugreifen und sich neben den im Job erworbenen Fertigkeiten auch theoretisches Wissen aneignen. Die Lerninhalte sind thematisch in kurze Einheiten untergliedert und jedes Kapitel schließt mit einem Selbsttest ab. Durch diese Funktion erhalten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer regelmäßig Rückmeldung über ihren Lernerfolg. Nach Bearbeitung aller Inhalte einer Lernstufe folgt ein komplexer Abschlusstest. Die Anmeldung zur Personenzertifizierung beim TÜV Rheinland wird nach erfolgreichem Abschlusstest empfohlen. Die Entscheidung hierüber trifft der Personaldienstleister, der als Lernbegleiter fungiert. D.h., unterstützt durch die praktischen Funktionen von „ZetQ“ begleitet er Lernprozesse der Zeitarbeitskräfte und kontrolliert Lernfortschritte.

Wie erfolgt der Abschluss der jeweiligen Stufen?

Die ersten beiden Stufen werden mit einer Personenzertifizierung durch den TÜV Rheinland abgeschlossen, die dritte durch die sogenannte Externenprüfung bei einer Handwerkskammer oder IHK.

Um zum Beispiel ein Zertifikat als Fachhelfer zu erhalten, müssen Zeitarbeitskräfte in der ersten Stufe eine schriftliche und eine mündliche Prüfung bestehen. Darauf werden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in den Kursen auf der eLearning-Plattform des BAP vorbereitet. So können Zeitarbeitskräfte laut Prüfungsordnung erst zur Prüfung angemeldet werden, wenn sie alle Kapitel des jeweiligen Kurses durchlaufen und die Abschlusstests mit einer Quote von mindestens 80 Prozent richtig beantworteter Fragen absolviert haben.

Die Prüfungsgebühr für die Personenzertifizierung beim TÜV Rheinland liegt bei 150 Euro pro Teilnehmer. Die Rechnungsabwicklung, nicht jedoch die Kosten selbst, übernimmt der BAP für seine Mitgliedsunternehmen.

Welche Voraussetzungen müssen Zeitarbeitskräfte für die Personenzertifizierung beim TÜV Rheinland erfüllen?

Um zur Prüfung für die erste Stufe zugelassen zu werden, müssen eine abgeschlossene Schulausbildung oder zumindest eine einjährige allgemeine Berufserfahrung sowie wenigstens 90 Arbeitstage einschlägige Tätigkeit im jeweiligen Arbeitsbereich des eLearning-Kurses nachgewiesen werden. Mit der zweiten (Fachassistent) und dritten Stufe (Berufsabschluss) steigen diese Anforderungen dann natürlich.

Welche Unternehmen können sich beteiligen?

Perspektivisch soll das 3-Stufen-Qualifizierungsmodell des BAP zwar für alle Personaldienstleister – und später auch für Kunden der Zeitarbeitsbranche – geöffnet werden. Aktuell dürfen aber nur Unternehmen teilnehmen, die Mitglied im BAP sind. Verbandsmitglieder können ihr Unternehmen unter Angabe ihrer Mitgliedsnummer kostenlos auf www.ZetQ.de anmelden und erhalten dann elektronisch ihren Zugangscode. Damit können sie innerhalb der eLearning-Plattform – selbstverständlich ebenfalls kostenlos – Teilnehmer und sogenannte Lehrer, die die Zeitarbeitskräfte administrativ beim Lernen begleiten, für die einzelnen Kurse anmelden. Wie das funktioniert, wird in den FAQs der Plattform genau erklärt.

Für welche Zeitarbeitskräfte ist die Teilnahme geeignet?

Das Modell des BAP richtet sich speziell an geringqualifizierte Zeitarbeitskräfte, also Menschen ohne abgeschlossene Berufsausbildung. Aber natürlich liegt es in der Hand der BAP-Mitglieder, welche Zeitarbeitskräfte sie für die einzelnen Kurse auf der eLearning-Plattform ZetQ anmelden.

Wo gibt es weitere Informationen?

Das 3-Stufen-Qualfizierungsmodell ist Schwerpunktthema in der Ausgabe 01/16 des BAP Branchenmagazins „Personaldienstleister“, das Sie auf unserer Website herunterladen und / oder bestellen können.

Für Fragen steht Ihnen aber selbstverständlich auch die Abteilung Grundsatz-Politik, Bildung unserer Verbandsgeschäftsstelle (Telefon: 030 / 20 60 98-40, E-Mail: ZetQ@personaldienstleister.de) zur Verfügung.

Ihre Ansprechpartnerin

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Dr. Anja Clarenbach
Leiterin der Abteilung Grundsatz, Politik und Bildung

Tel. +49 30 206098 -40
Fax +49 30 206098 -49

Der BAP stellt mit einer neuen Publikation die „Qualifizierung von Zeitarbeitskräften“ in den Mittelpunkt. Das gleichnamige Buch gibt einen Überblick über die Vielfalt der angebotenen Maßnahmen und kann über den BAP bestellt werden.