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BAP-Mitgliedschaft bei der Eurociett

Europäische Entscheidungen haben häufig direkten Einfluss auf die politische und rechtliche Situation in Deutschland. Beispielsweise hat der Equal-Treatment-Grundsatz seinen Ursprung in der europäischen Zeitarbeitsrichtlinie. Insofern liegt es natürlich im Interesse des BAP, die Belange seiner Mitglieder bereits auf europäischer und nicht erst auf nationaler Ebene zu vertreten. Durch die Mitgliedschaft im europäischen Zeitarbeitsverband „Eurociett“ (European Confederation of Private Employment Agencies) ist der BAP über alle europäischen Entwicklungen, die die Zeitarbeit betreffen, informiert und kann diese im Sinne der Branche begleiten. Hier finden Sie die wichtigsten Eckdaten zur Organisation „Eurociett“:

Aufgaben und Ziele von Eurociett

Eurociett vertritt als europäischer Dachverband der Zeitarbeitsbranche die gemeinsamen Interessen der Branche in Europa. Die Interessenvertretung erfolgt insbesondere durch:

  • Aufklärung über den Beitrag der Zeitarbeit zur Verbesserung der Arbeitsmarktstruktur: Zeitarbeitsfirmen fördern das Wirtschaftswachstum, helfen bei der Integration von Randgruppen in den Arbeitsmarkt und schaffen neue Arbeitsplätze;
  • Begleitung der europäischen Normsetzung;
  • Aufstellung und Förderung von Qualitätsstandards für die Branche in Europa; und
  • Verbesserung des Ansehens der Zeitarbeit.

Geschichte und Erfolge

Eurociett wurde 2005 als nichtwirtschaftlicher Verein nach belgischem Recht gegründet. Mittlerweile gehören der Organisation 30 nationale Zeitarbeitsverbände und sechs der größten multinationalen Zeitarbeitsfirmen weltweit an.

In den letzten sieben Jahren seines Bestehens hatte Eurociett bereits einige Erfolge zu verzeichnen. So wurde im Jahr 2007 der positive Beitrag der Zeitarbeit zu einem gut funktionierenden Arbeitsmarkt im Rahmen der europäischen Flexicurity-Debatte anerkannt. Im selben Jahr wurde eine von Eurociett begleitete Studie mit eben diesem Ergebnis veröffentlicht. Weitere Berichte und Untersuchungen folgten. Im letzten Jahr veröffentlichten Eurociett und der internationale Zeitarbeitsverband „Ciett“ eine Studie der Boston Consulting Group „Adapting to Change“. Diese Untersuchung zeigt, dass durch eine angemessene Regulierung der Zeitarbeit Arbeitsmärkte insgesamt effizienter werden und positive Effekte der Branche auf die ganze Volkswirtschaft ausstrahlen.

Neben der Veröffentlichung von Studien etablierte Eurociett einen sozialen Dialog mit Uni-Europa, der europäischen Dienstleistungsgewerkschaft. Im Rahmen dieses Forums gaben Uni-Europa und Eurociett bereits mehrere gemeinsame Erklärungen ab. Unter anderem forderten sie, dass die europäische Zeitarbeitsrichtlinie (Richtlinie 2008/104 EG) zu einem fairen Ausgleich zwischen dem Schutz der Zeitarbeitnehmer und den Interessen der Branche führen muss. Hierbei sollte der positive Einfluss der Zeitarbeit auf den europäischen Arbeitsmarkt anerkannt und berücksichtigt werden.

Nach dem Inkrafttreten der EU-Zeitarbeitsrichtlinie im Jahr 2008, begleitete Eurociett den Umsetzungsprozess der Richtlinie in den jeweiligen Mitgliedsstaaten und setzt sich aktuell für die Aufhebung von nationalen Beschränkungen und Verboten der Zeitarbeit ein, die nicht im Einklang mit der Richtlinie stehen.

Struktur und Aufbau

In dem Verband gibt es die folgenden drei Hauptorgane:

  1. Die aus Vertretern alle stimmberechtigten Mitglieder bestehende Generalversammlung (General Assembly). Sie ist das höchste Entscheidungsgremium von Eurociett.
  2. Der Vorstand (Board): Der Vorstand, bestehend aus 12 Mitgliedern, wird von der Generalversammlung gewählt. Er ist zuständig für das operative Tagesgeschäft und die Geschäftsführung des Verbandes. Der BAP wird im Eurociett-Vorstand durch die BAP-Vizepräsidentin Frau Heide Franken vertreten. Präsidentin des Vorstandes von Eurociett ist Annemarie Muntz, Vizepräsident ist Alain Dehaze. Zur Erfüllung seiner Aufgaben bedient sich der Vorstand des Sekretariats mit Sitz in Brüssel.
  3. Im Verband wurden folgende Ausschüsse (Comittees) eingerichtet: „Public Affairs Committee“, “Research and Economic Affairs Committee” und “Committee on Sectoral Social Dialogue”.

Das Committee on Sectoral Social Dialogue wurde errichtet um den sektoralen sozialen Dialog mit Uni-Europa, der europäischen Dienstleistungsgewerkschaft, auf europäischer Ebene zu führen. Im sektoralen sozialen Dialog werden jährlich Projekte durchgeführt, auf die sich Eurociett und Uni-Europa geeinigt haben. 2012 widmen sich die Sozialpartner dem Projekt „Temporary Agency Work and transitions in the labour market“. Diese von der EU mitfinanzierte Studie soll ermitteln, inwieweit Zeitarbeit Übergänge im Arbeitsleben (z.B. von der Ausbildung ins Arbeitsleben, von Arbeitslosigkeit in Beschäftigung) erleichtert.

In allen Ausschüssen von Eurociett sind Vertreter der BAP-Geschäftsstelle aktiv.

Weiterführende Informationen zu aktuellen europäischen Themen als auch Studien zur Zeitarbeit in Europa stellen wir Ihnen im internen Mitgliederbereich unter der Rubrik „Service > Internationales“ zur Verfügung.

Ihr Ansprechpartner

Photo of Samuel  Marseaut

Samuel Marseaut
Abteilungsleiter Recht und Internationales

Tel. +49 30 206098 -50
Fax +49 30 206098 -59

Der BAP vereint unter seinem Dach die beiden Tarifwelten der Zeitarbeitsbranche. Nähere Informationen dazu finden Sie hier.

(Inter-)nationale Studien zur Personaldienstleistungsbranche finden Sie hier.