Studie: Wie sieht die Arbeitswelt in Deutschland im Jahr 2064 aus?

Digitalisierung und demografischer Wandel werden Folgen haben – auch für die Wirtschaft und die Arbeitswelt von morgen (BAP berichtete). In einer Reihe verschiedener Studien wurden bereits unterschiedlichste Auswirkungen beleuchtet. Die Unternehmensberater von A.T. Kearney haben in der Studie „Deutschland 2064 - die Welt unserer Kinder“ nun ein eigenes Szenario entworfen, über die das Internetportal für mittelständische Unternehmen „Tecchannel“ berichtet.

Nach Ansicht der A.T. Kearney-Berater, die sich mit ihrer Einschätzung auf eine frühere Studie des Chemieunternehmens BASF berufen, wird es im Jahr 2064 drei unterschiedliche Unternehmenstypen geben: „Megakonzerne“, die aus den heutigen Großunternehmen entstehen, „lockere Verbände, zu denen sich bis zu tausend Einzelfirmen zusammenschließen, darunter viele Start-Ups“ und „kleine, hochspezialisierte High-Tech-Unternehmen […], die dem heutigen Mittelstand entsprechen“, heißt es auf der Website von „Tecchannel“.  Dabei werde sich der Erfolg der Unternehmen „nicht mehr allein in finanziellen Kennzahlen messen lassen“. Stattdessen würden Werte wie Transparenz, Vertrauen, Glaubwürdigkeit, Nachhaltigkeit und soziales Engagement zum wichtigen Maßstab. Das werde auch Auswirkungen auf die Bewertung von Arbeitskräften haben. „Ausbildung, Erfahrung und Soft Skills werden wichtiger sein als die Berufsbezeichnung“, wird Alexander Spermann, Direktor Arbeitsmarktpolitik Deutschland am Institut zur Zukunft der Arbeit (IZA), von "Tecchannel" zitiert.

Angesichts des digitalen Wandels gibt es aber auch Befürchtungen, dass immer mehr Arbeitsstellen durch Maschinen und Roboter ersetzt werden könnten. Diese Erwartung teilt auch A.T. Kearney. Der Studie der Unternehmensberater zufolge werden 2064 weniger menschliche Mitarbeiter zur Ausübung verschiedener Tätigkeiten benötigt. Bereits in den kommenden 20 Jahren könnte die Arbeit von etwa 45 Prozent der Erwerbstätigen durch automatisierte Prozesse ersetzt werden. A.T. Kearney ermittelte auch, welche Berufe betroffen sein könnten. Dabei berufen sich die Unternehmensberater auf verschiedene Studien. So heißt es auf der Website von „Tecchannel“, dass vor allem „Sekretariatsaufgaben, Verkauf, Gastronomie sowie kaufmännische und technische Betriebswirtschaft“ künftig von Robotern erledigt werden. Auch die Briefzustellung, das Kochen von Mahlzeiten sowie Bank- und Buchhaltungsaufgaben könnten bald von maschinellen Helfern bewältigt werden. Gleichzeitig machen die Forscher deutlich, dass nicht für alle Jobs die Gefahr besteht, ersetzt zu werden. Insbesondere soziale Berufe wie Kindererziehung, Kranken- und Altenpflege, Sozialarbeit sowie die Leitung von Unternehmen, der Vertrieb, die Forschung und die Kfz-, Maschinenbau- und Betriebstechnik erfordern auch künftig eine menschliche Arbeitskraft.

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Ulrike Heine
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