IW Köln: Zahl der Unternehmensgründungen in Deutschland rückläufig

Der Weg in die berufliche Selbstständigkeit ist für viele Deutsche kein Thema. So ist die Zahl der Unternehmensgründungen seit 2004 um fast die Hälfte auf knapp 300.000 zurückgegangen. Auch in anderen europäischen Staaten ist die Gründungsbereitschaft eher gering. In den USA hingegen liegt die Quote von Unternehmensgründungen um das Dreifache höher als in Deutschland, wie das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW Köln) in einer aktuellen Studie ermittelte.

Die eher negative Einstellung zur Selbstständigkeit in Deutschland lässt sich dem IW Köln zufolge vor allem auf kulturelle Gründe zurückzuführen. So fehle den Deutschen eine „positive“ Grundhaltung, während in den USA Karrieren wie vom Tellerwäscher zum Millionär „gang und gäbe“ seien. Auch hätte ein Großteil der Bevölkerung „diffuse Ängste vor Risiken einer Selbstständigkeit“, weswegen viele „ein Leben als abhängig Beschäftigte“ wählten, stellte der Global Entrepreneurship Monitor (GEM) fest. Gründer stehen hierzulande allerdings zusätzlich vor enormen bürokratischen Herausforderungen, worunter auch die intransparente staatliche Förderung fällt. Das IW plädiert dafür, die Gründerkultur in Deutschland bereits in der Schule zu stärken und mehr Initiativen zu fördern. Weiteres Potenzial liege auch bei Deutschen mit Migrationshintergrund, von denen bereits jeder Fünfte an Beratungsgesprächen der Industrie- und Handelskammern teilnehme. Die „Möglichkeit der Integration in den Arbeitsmarkt über eine Selbstständigkeit“ werde aber zu wenig genutzt.

In Europa hat das IW eine etwas „differenziertere“ Gründungsbereitschaft ermittelt. Während in den südeuropäischen Volkswirtschaften kleine Familienbetriebe sowie Gründungen in Gastronomie und Kleingewerbe gängig sind, scheuen sich Erwerbstätige in den skandinavischen Staaten – ähnlich wie die Deutschen – vor der Selbstständigkeit. Gast- und Kleingewerbe sind in Nordeuropa wenig attraktiv, dafür werden vermehrt Start-Ups gegründet. Wie das IW feststellte, war das Gründungsgeschehen insgesamt europaweit zwischen 2008 und 2013 rückläufig. Nur Großbritannien, Lettland, Zypern und Slowenien bilden „positive Ausnahmen […], die hohe zweistellige Zuwächse vorweisen“.

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Ulrike Heine
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Mehrmals im Jahr veröffentlicht das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) exklusiv für den BAP Zahlen zur Zeitarbeit in Deutschland.