Institut für Wirtschaftsforschung Halle: Beschäftigung in Ostdeutschland geht weiter zurück

Mit 43,4 Millionen Erwerbstätigen, die das Statistische Bundesamt Anfang Dezember meldete, ist die Beschäftigtenzahl in Deutschland so hoch wie seit der Wiedervereinigung nicht mehr. Jedoch verteilen sich die seit Oktober 2014 rund 400.000 neu geschaffenen Stellen nicht auf das ganze Land. So ist einem Bericht der „Welt“ zufolge „die Beschäftigung in den fünf ostdeutschen Bundesländern“ im zweiten Quartal dieses Jahres um 0,2 Prozent zurückgegangen, wie das Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) ermittelte. Damit liegt die Erwerbstätigenquote in Ostdeutschland „nur noch“ bei 78,2 Prozent.

Wie „Die Welt“ weiter schreibt, nahm die Beschäftigtenzahl in den ostdeutschen Regionen bereits seit dem vierten Quartal 2014 ab. Allerdings habe sich der „Rückgang sogar noch etwas beschleunigt“. Nach Angaben des IWH reduzierte sich vor allem die Quote der geringfügig Beschäftigten um rund fünf Prozent. Demgegenüber fiel die Zahl der Minijobber in den westdeutschen Regionen nur halb so stark. Die Forscher des IWH führen die Entwicklung auf die Einführung des gesetzlichen Mindestlohns zurück: Ein Teil der Minijobs sei „zwar in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung umgewandelt worden. Hier gab es ein Plus von 0,6 Prozent – im Westen des Landes liegt der Anstieg bei 1,1 Prozent“, so „Die Welt“. Auch die Zahl der Selbstständigen in Ostdeutschland sank in diesem Jahr durchschnittlich auf etwa 5,78 Millionen Berufstätigen – ein Rückgang um 0,3 Prozent zum Vorjahr. „Dass die Arbeitslosigkeit trotz des Rückgangs der Erwerbstätigkeit weiter merklich abgenommen habe, sei allein auf die weitere Verringerung des Erwerbspersonenpotenzials zurückzuführen“, heißt es dazu in der „Welt“. Damit zeige sich der demografische Wandel in Ostdeutschland bereits deutlicher als im Westen des Landes. Die Lage in den neuen Bundesländern könnte deshalb „bereits jetzt aufzeigen, wie es nach Einschätzung von Experten auch in vielen Regionen Westdeutschlands künftig am Arbeitsmarkt aussehen könnte", schreibt „Die Welt“ weiter. Abhilfe könne nach Ansicht der IWH-Forscher allerdings der Zuzug von Flüchtlingen schaffen, weil es dadurch wieder mehr Menschen im erwerbsfähigen Alter am ostdeutschen Arbeitsmarkt gebe.

Wichtiger Hinweis:
Die Weitergabe der persönlichen LogIn-Daten an Dritte ist untersagt. Bei Zuwiderhandlung behält sich der BAP entsprechende rechtliche Schritte vor.

Artikel teilen:

zurück

Pressekontakt

Photo of Ulrike  Heine

Ulrike Heine
Tel. +49 30 206098 -30
Fax +49 30 206098 -39

Mehrmals im Jahr veröffentlicht das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) exklusiv für den BAP Zahlen zur Zeitarbeit in Deutschland.