IAB-Studie: Eingliederungsvereinbarungen bei Jobvermittlung nicht immer erfolgversprechend

Um Arbeitslose wieder in den Arbeitsmarkt einzugliedern, werden sogenannte Eingliederungsvereinbarungen zwischen Arbeitsagentur und Jobsuchendem getroffen. Diese sind jedoch nicht immer zielführend. So finden einige Arbeitsuchende ohne den Abschluss derartiger Vereinbarungen oft schneller wieder einen Job. Dies ermittelten das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit (BA) und die Universität Mannheim in der gemeinsamen Studie „Eingliederungsvereinbarungen und Aktionspläne“.

Um Arbeitsuchende schnell wieder in Arbeit zu bringen, treffen Arbeitsagenturen und Arbeitsuchende die gesetzlich vorgeschriebenen Eingliederungsvereinbarungen. Dazu werden „für einen bestimmten Zeitraum das vereinbarte Eingliederungsziel, die Vermittlungsaktivitäten und Förderleistungen der Agentur für Arbeit sowie die Eigenbemühungen und Nachweispflichten der Arbeitsuchenden“ festgelegt, wie das IAB erläutert. Dem Institut zufolge profitierten insbesondere arbeitsuchende Männer „mit Förderbedarf, bei denen beispielsweise Fortbildungen zur Verbesserung der Chancen am Arbeitsmarkt erforderlich sind“, vom Abschluss der Vereinbarungen – jedoch nur, wenn diese frühzeitig getroffen werden. „Sie sind schneller wieder beschäftigt, wenn die Eingliederungsvereinbarung möglichst früh und nicht erst nach sechs Monaten Arbeitslosigkeit abgeschlossen wird“, heißt es in einer entsprechenden Pressemitteilung des IAB. Den beiden Gruppen von Männern, die entweder generell gute Wiedereingliederungschancen haben oder die aufgrund von Vermittlungshemmnissen länger als ein Jahr ohne Arbeit bleiben werden, hilft der frühe Abschluss der Eingliederungsvereinbarung jedoch nicht. Bei Frauen in den unterschiedlichen Gruppen hingegen ist der Abschlusszeitpunkt kaum relevant. Warum zwischen Frauen und Männern derlei Unterschiede bestehen, „ist zurzeit noch offen“, erklärt das Institut weiter. Für die Studie zogen die Arbeitsmarktforscher Daten aus fünf Arbeitsagenturen heran.

Da der frühe Abschluss von Eingliederungsvereinbarungen nicht immer zum Erfolg bei der Arbeitssuche führt, sieht die BA daher neuerdings ein flexibleres Vorgehen im individuellen Fall vor. „In vielen Fällen kann nun erst einmal abgewartet werden – findet der Arbeitslose schnell wieder eine Anstellung, sparen sich beide Seiten den Aufwand ganz“, schreibt  die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ) dazu. 

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Ulrike Heine
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