DAK-Gesundheitsreport: Krankenstand der Frauen liegt deutlich höher als bei Männern

Im Jahr 2015 stieg der Gesamtkrankenstand leicht um 0,2 Prozentpunkte an und erreichte dem Nachrichtenportal „n-tv“ zufolge mit 4,1 Prozent „den höchsten Wert seit 16 Jahren“. Vor allem Frauen sind häufiger krankgeschrieben als Männer – der Krankenstand der Frauen liegt um 14 Prozent über dem der Männer  – allerdings nicht länger als diese. Mit 54,5 Prozent entfielen 2015 zudem mehr als die Hälfte der Krankheitstage auf Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems, des Atmungssystems sowie auf psychische Erkrankungen. Zu diesen Ergebnissen kommt die DAK-Krankenkasse im „Gesundheitsreport 2016“.

Herbert Rebscher, Vorsitzender des DAK-Vorstandes und Herausgeber der Studie, bestätigt, dass „der Unterschied beim Krankenstand zwischen Männern und Frauen größer als gedacht“ sei, heißt es bei „n-tv“. Die Gründe seien jedoch „nicht darauf zurückzuführen, dass Männer und Frauen in unterschiedlichen Branchen, Berufsgruppen oder beruflichen Anforderungsniveaus arbeiten“, schreiben die DAK-Forscher. Vielmehr macht die Krankenkasse „Faktoren auf volkswirtschaftlicher Ebene“ wie der Situation am Arbeitsmarkt, sich wandelnde Beschäftigungsstrukturen und die Verlagerung von Arbeitsplätzen für den höheren Krankenstand verantwortlich. Die größten Unterschiede bei den Geschlechtern gebe es folglich bei Depressionen, Krebs und Herzerkrankungen. So gehen die meisten Erkrankungen bei Frauen auf psychische Beschwerden zurück, womit laut „n-tv“ im Jahr 2015 „67 Prozent mehr Fehltage“ erreicht wurden. Männer aller Altersgruppen fehlten am häufigsten wegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen und kamen auf „67 Prozent mehr Fehltage“.

Aus den Untersuchungen der DAK geht weiterhin hervor, dass in den Branchen „Verkehr, Lagerei und Kurierdienste“ sowie im „Gesundheitswesen“ der höchste Krankenstand von 4,7 Prozent erzielt wurde. „Am niedrigsten unter den Branchen mit hohem Anteil DAK-Versicherter war der Krankenstand in der Branche Rechtsberatung u. a. Unternehmensdienstleistungen mit 3,3 Prozent“, heißt es weiter im „Gesundheitsreport“ der DAK. Auch zwischen den Bundesländern gibt es Unterschiede: In Westdeutschland inklusive Berlin lag der Krankenstand durchschnittlich bei 4,0 Prozent, in den östlichen Bundesländern sogar bei 5,0 Prozent. Spitzenreiter im Westen waren die Länder Baden-Württemberg und das Saarland sowie Brandenburg in Ostdeutschland.

Für die Studie wertete die DAK die Daten von 2,7 Millionen DAK-Versicherten aus und befragte zudem mehr als 5.000 Erwerbstätige zwischen 18 und 65 Jahren.

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