Motiviert, erfahren und sorgfältig: IAB-Studie zur Neueinstellung älterer Mitarbeiter

In der Mitte des Lebens und mitten im Erwerbsprozess: Die Rolle von Arbeitnehmern ab 50 Jahren gewinnt vor dem Hintergrund des demographischen Wandels immer mehr an Bedeutung. In seiner heute veröffentlichten Studie befragte das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) insgesamt 15.000 und 13.000 Unternehmen in den Jahren 2014 und 2015 zu ihren Erfahrungen mit Neueingestellten dieser Altersgruppe und kam zu einem positiven Gesamturteil.

Im Jahr 2000 arbeitete nur jede dritte Person im Alter von 50 bis einschließlich 64 Jahren. 15 Jahre später gingen bereits 54 Prozent einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nach. Im Vergleich zu Jüngeren haben es ältere Arbeitnehmer jedoch häufig schwerer, einen neuen Job zu finden. Als Gründe führt das IAB die länger zurückliegende Ausbildung der Älteren an und, dass „das erworbene Wissen als veraltet eingeschätzt werden könnte“. Zudem sind Ältere vor Antritt der neuen Stelle häufiger arbeitslos als Jüngere (41 Prozent bei den Älteren, 27 Prozent bei den Jüngeren). In der Phase der Arbeitslosigkeit konnten die Älteren kein berufsspezifisches Wissen sammeln, was ihre Chancen im Bewerbungsprozess verringert – so die Einschätzung des IAB.

Entscheidet sich ein Unternehmen für einen älteren Bewerber, zeigt es sich danach mit dessen Leistung häufig zufrieden: „Grundsätzlich berichteten Betriebe überwiegend von positiven Erfahrungen mit älteren neu eingestellten Arbeitnehmern“, heißt es in der IAB-Studie. An erster Stelle lobten die Befragten die Motivation der Älteren (97 Prozent), dicht gefolgt von deren Interesse an einer längerfristigen Beschäftigung (93 Prozent), der sorgfältigen Arbeitsweise (90 Prozent) und der guten Integration in das Team (90 Prozent). Die überwiegende Mehrheit bejahte auch, dass ab 50-Jährige ihre Erfahrungen positiv einbringen können (86 Prozent). Um die Beschäftigungschancen der Älteren zu erhöhen, setzen die befragten Unternehmen auf Lohnkostenzuschüsse (35 Prozent), staatlich geförderte Weiterbildung (34 Prozent) und flexiblen Renteneintritt (32 Prozent).

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