IWD: Deutschland hat im Vergleich zu den USA zu wenig Topmanagerinnen

Immer mehr Führungspositionen werden in Deutschland mit Frauen besetzt, doch ins Topmanagement dringen nur wenige vor. Vorreiter sind die USA: Dort haben es viele Frauen mittlerweile in die Geschäftsführung oder in Vorstand geschafft. Zu diesem Ergebnis kommt ein Bericht des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW Köln).

Die Vereinigten Staaten sind bei dem Punkt Geschlechtergerechtigkeit ein ganzes Stück weiter als Deutschland: Von den zehn Top-Führungspositionen sind in den USA fast vier mit Frauen besetzt, in Deutschland sind es dagegen weniger als drei, so berichtet es der aktuelle Informationsdienst IWD des IW Kölns.

In beiden Ländern gibt es allerdings ein großes Branchengefälle: Im Gesundheits- und auch im Bildungssektor, in denen traditionell mehr Frauen als Männer arbeiten, gibt es häufiger Chefinnen als Chefs. Anders in der Industrie: In diesem Bereich sind in den USA lediglich 18 Prozent und in Deutschland sogar nur 14 Prozent Topmanagerinnen.

In den Vereinigten Staaten sind erfolgreiche Geschäftsfrauen üblicher als hierzulande: Heute werden in den USA laut amerikanischem Statistikamt etwa 28 Prozent aller Unternehmen von einer Frau geleitet. Davon ist Deutschland noch weit entfernt. In der Bundesrepublik hatten im Jahr 2015 von den rund 3,65 Millionen mittelständischen Unternehmen nur 18 Prozent eine Chefin. Im Topmanagement der größten Firmen sieht es weitaus schlechter aus: Im Jahr 2016 waren lediglich ein Prozent der Vorstandsvorsitzenden der Dax- und MDax-Unternehmen Frauen. In vergleichbaren börsennotierten amerikanischen Unternehmen gibt es achtmal so häufig weibliche CEOs, im Vereinigten Königreich sind es immerhin sechsmal so viele.

Es zeichnet sich allerdings gerade eine Trendwende ab: Denn mehr und mehr Investoren – bislang vor allem amerikanische und britische – verweigern Unternehmen die Entlastung, die auf ihren Hauptversammlungen rein männliche Führungsgremien präsentieren. Dahinter stecke ein einfaches und schlagkräftiges Argument: „Gemischte Teams seien erfolgreicher, langfristig erwirtschafteten sie höhere Gewinne“, lautet das Fazit des IWD-Berichts.

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