IW Köln: Obere Einkommensschichten tragen höhere Abgabelasten

Die Abgabelasten sind in Deutschland gerechter verteilt als bisher angenommen. Laut einer aktuellen Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) tragen jene 30 Prozent, die in Deutschland am meisten verdienen, rund zwei Drittel des Steuereinkommens. Die untere Einkommenshälfte trage weniger als ein Fünftel zu dem Steueraufkommen aus Einkommensteuer und Mehrwertsteuer. „Starke Schultern tragen nicht nur bei der Einkommensteuer deutlich mehr als schwache – die gewünschte Umverteilung funktioniert also“, kommentiert Tobias Hentze, IW-Finanzexperte, die Ergebnisse der Studie.

Hohe Abgabelasten in Deutschland
Generell ist die Belastung in Deutschland hoch: Bei einem Bruttoeinkommen von knapp 2000 Euro würden Singles bereits gut 46 Prozent Steuern und Sozialabgaben leisten, wenn die Mehrwertsteuer berücksichtigt wird. Auch Ehepaare und Familien werden mit fast der Hälfte ihres Einkommens vom Staat besteuert. Somit erziele das Steuersystem seine gewünschte Wirkung, lautet eine der Aussagen der Ökonomen vom IW Köln.

Lastenverteilung in Deutschland
Die sehr gut verdienenden 10 Prozent der Bevölkerung erzielten rund 27 Prozent des Einkommens, trügen aber mehr als 37 Prozent der Steuerlast. Diese Werte berechnen sich aus Einkommensteuer und Mehrwertsteuer. Zusammen machen beide Steuerarten etwa zwei Drittel der öffentlichen Einnahmen in Deutschland aus. Während der Einkommensteuertarif progressiv ist  und folglich Besserverdienende überproportional belastet werden, werden Verbrauchsgüter gehaltsunabhängig mit 19 beziehungsweise 7 Prozent besteuert. In der Konsequenz seien untere Einkommensschichten deshalb besonders stark von der Mehrwertsteuer betroffen, wie die Studie zeigt. Erst ab einem durchschnittlichen Bruttogehalt von 2700 Euro im Monat übersteige die Einkommensteuer die Mehrwertsteuerbelastung.

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